Im Wirbel des Lebens

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ninaveronika Avatar

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Im Roman „Salto“ von Kurt Prödel, erschienen bei park x ullstein, fängt der Autor die aufregende Zeit nach dem Abitur ein und zeigt auf wie schwere Krankheiten oft mit großen Plänen kollidieren.

Jetzt beginnt es endlich. Das Leben. Das „richtige“ Leben. Das ist es was Marko denkt, denn so oft wie man diesen Satz nach dem Ende der Schulzeit hört, muss ja was dran sein oder? Also stolpert er in dieses neue, richtige Leben mit Studienplatz im Ausland und Nebenjob bei Mcces und wird bevor er richtig durchstarten kann vom Schicksal umgehauen. Auch Claire, Markos Exfreundin, will endlich in den Genuss vom bedeutungsvollen „Danach“ kommen, doch auch sie wird schnell von ihrer eigenen Psyche ausgebremst.
Kurt Prödels Schreibstil ist eindrucksvoll und durch eine Tiefe gekennzeichnet, die ständig zwischen den Zeilen lauert. Er schafft es die beängstigende Realität von Marko und Claire so intensiv darzustellen, dass ich richtig mitfühlen konnte. Gerade die Abschnitte, in denen Claires Schübe thematisiert wurden, waren wirklich heftig zu lesen. Auch inhaltlich konnte das Buch noch überzeugen, wenn es auch ein paar Stellen gab die mir etwas zu überspitzt und konstruiert waren. Außerdem hätte ich mir noch mehr Aufklärung und medizinisches Wissen über Claires Diagnose gewünscht.
Kurt Prödels Coming-of-Age-Roman bleibt definitiv im Kopf hängen. Es ist eine Geschichte über zerbrochene Pläne, vorsichtige Neuanfänge und dem großen, richtigen Leben, welches sich davor, danach und dazwischen abspielt.