Lebenswelt junger Erwachsener

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rosetheline Avatar

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Mit "Salto" hat Kurt Prödel seinen zweiten Roman veröffentlicht und ich war sehr gespannt auf das neue Buch, da mir "Klapper" so gut gefallen hatte.

In "Salto" geht es um Marko, einen sehr guten Schüler, der unbedingt Medizin studieren möchte, nicht nur, weil seine verstorbene Mutter (eine Krankenschwester) und er die Idee hatten irgendwann einmal zusammen zu arbeiten. Und so beschließt er zusammen mit Claire nach München zu gehen und dort zu studieren, wäre da nicht das Problem, dass er nicht angenommen wird. In keiner Uni in Deutschland. Nach einem großen Hin und Her ermutigt Markos Vater Frank ihn schließlich ein teures Medizinstudium in Budapest zu absolvieren, zumindest bis zum Physikum: Mit dem Geld aus der Lebensversicherung der Mutter. Marko sieht das als einzige Möglichkeit. Doch mit dieser Entscheidung zerbricht auch die Beziehung mit Claire und es folgen viele weitere Hindernisse auf ihn.

Kurt Prödel hat mich wieder mit seinem Stil abgeholt, der nahbar und gut leserlich ist. Die Geschichte hat einige Spannungsbögen und eine der Thematiken, die im Roman einen großen Stellenwert bekommt, ist meiner Meinung nach eine über die ich bisher in keinem Buch gelesen habe und eine worüber vor allem junge Menschen viel zu wenig wissen.
Die Beziehung zwischen Marko und Claire ist für viele bestimmt typisch für ihr Alter und dem Stil von Sally Rooney gleich, doch für mich fühlte sie sich sehr platonisch an. Zum Ende des Buches habe ich ein bisschen das Interesse verloren und hätte mir ein bisschen mehr gewünscht.

Alles in Allem war "Salto" für mich ein gutes, aber leider kein herausragendes Buch, anders als der Vorgänger "Klapper". Dafür hat mir ein gewisser Nachhall gefehlt. Es ist dennoch lesenswert und ich bin gespannt auf weitere Bücher von Kurt Prödel. Daher vergebe ich 3,5 Sterne