Ein Kinderbuch (auch) für Erwachsene

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
zeichensuppe Avatar

Von

Schascha und der Buchspazierer erzählt die Bestseller-Geschichte um Carl Kolhoff, einen alten Buchhändler, der jeden Tag zu Fuß seine Bücher zu den Kunden bringt, und Schascha, ein sehr cleveres, aufgewecktes Mädchen, die beschließt, ihn einfach zu begleiten, neu. Primär erleben wir die Geschichte aus Schaschas Perspektive.

Die Erzählung ist toll. Wer den Buchspazierer vielleicht sogar gelesen (und gemocht) hat, wird auch dieses Buch mögen.

Die Illustrationen von Annelie Schulze sind einfach zauberhaft! Sie lassen die Geschichte lebendig werden und ich bin gleichermaßen Fan von Cover (und Vor- und Nachsatzpapier!) sowie den kleinen Details an den Kapitelüberschriften.

Die Kapitel sind kurz und kurzweilig zugleich, die Dialoge und Figuren werden beim Lesen lebendig. Wem beim Lesen die Dialoge zwischen Schascha und Carl etwas bekannt vorkommen – mir kamen sie es auch und ich hab ein paar Stellen exemplarisch im „Buchspazierer“ nachgeblättert: Carsten Henn hat hier gleiche Dialogteile genutzt, sie jedoch gekürzt. Ich persönlich finde das wunderbar und hab die gleichen Glücksgefühle beim Lesen gehabt wie beim „Buchspazierer“.
Doch auch, wen man den Buchspazierer nicht gelesen hat, kann –und sollte– man „Schascha und der Buchspazierer“ lesen, das Buch findet sicher sehr viel Anklang!

Für wen ist dieses Buch eigentlich?
Carl gibt seinen Kund*innen Namen von berühmten Buchfiguren. Das ist alles aus der Buchvorlage des Buchspazierers übernommen (und hätte mir auch weh getan, wenn nicht). Den Kindern wird „Frau Langstrumpf“ etwas sagen oder auch „Herkules“, doch ich bezweifle, dass „Mr. Darcy“ und „Effi“ gekannt werden. Auch so sind manche Buchanspielungen sicher noch nicht für 9-Jährige. Auch die Probleme der Personen bleiben gleich groß – und manchmal schon etwas schwer.
Heute fand ich das Buch großartig – ab 9 würde ich aber noch nicht empfehlen – eher für ein paar Jahre älter. Ich denke, da wird das Buch auf mehr Interesse stoßen – auch wenn es natürlich schon früher lesbar ist.
Das macht das Buch nicht schlechter, nur die Zielgruppe ändert sich im Vergleich zu der Empfehlung in meinen Augen etwas.