Wer Bücher liebt, der ist niemals allein

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antiquariat_der_träume Avatar

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Und plötzlich war alles wieder da. Der Münsterplatz, die altehrwürdigen Kopfsteinpflastergassen, Schascha in ihrem gelben Mantel und der Buchspazierer auf seinem Weg zu Mr. Darcy.
Ich las den ersten Satz, nur wenige Worte, und Erinnerungen umhüllten meinen Geist wie eine behaglich warme Decke. Erinnerungen an eine Geschichte, die ich nicht nur gelesen und geliebt, sondern auch gefühlt habe.
Mit „Schascha und der Buchspazierer“ erzählt Carsten Henn die berührende Geschichte des Buchspazierers neu; aus Schaschas Sicht, mit all der Leichtigkeit, Neugier und Fantasie, die ihr fröhliches Naturell mit sich bringt.
Ich mochte Schascha so gern. Ihre offene, aufgeweckte Art und die wunderbar wunderliche Sicht, die sie auf das Leben hat, berührten mein Herz. Und ich wollte sie gern auf ihrem Weg begleiten, neben ihr und dem Buchspazierer herlaufen, dem ich seine liebenswerten Eigenheiten, seine kleinen Marotten, seine verschrobene Art einfach nicht übel nehmen kann. Und obschon ich bereits wusste wohin ihr Weg sie führen würde, welch wundersame Reise ihnen bevorstand, überraschten mich die liebevollen Details der Geschichte und ihrer Figuren, die vielen kleinen Lebensweisheiten und -wahrheiten auf angenehme Weise.
Dazu passten die zauberhaften Illustrationen von Annelie Schulze. Sie sind verspielt und farbenfroh, ohne überladen zu wirken und schenken der Geschichte eine ganz eigene Wärme. Gemeinsam mit Carsten Henns sanftem, verträumtem Schreibstil, der auch schwere Themen wie beispielsweise Verlust und Einsamkeit behutsam und einfühlsam behandelt, entstand so ein Buch, das sich wunderbar leicht liest und wie geschaffen dafür scheint vorgelesen zu werden.
So fühlte sich das Lesen für mich schon nach den ersten Seiten wie ein kleines Heimkehren an. Ein Heimkehren in eine Welt, in der Bücher mehr sind als bedrucktes Papier, eine Welt, in der Bücher die Menschen zusammenbringen und selbst ein gewöhnlicher Spaziergang zu einem Abenteuer werden kann.
Wer den Buchspazierer bereits kennt, wird viele vertraute Momente wiederfinden; doch auch ohne Vorwissen berührt Schaschas Geschichte mit ihrer ganz eigenen Magie.
So ist „Schascha und der Buchspazierer“ für mich ein Buch, das warmherzig daran erinnert, dass die schönsten Geschichten oft dort beginnen, wo Menschen ein Stück ihres Weges miteinander teilen. Und ich kann es jedem, ob jung oder alt, von ganzem Herzen empfehlen.