Machtspiele

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Die 25-jährige Studentin Isabelle Karlsson verschwindet, nachdem sie auf der Party eines angesehenen Technologieunternehmens war. Unternehmenschef Martin Zenberg behauptet, die junge Frau nicht gekannt zu haben. Die beiden Ermittler Fredrika Storm und Henry Calment erkennen offensichtliche Gemeinsamkeiten mit dem Mord an einer anderen Studentin, die sieben Jahre zuvor den Tod fand. Zwar wurde in diesem Fall ein Mörder verurteilt, doch an dessen Schuld kommen Zweifel auf.

Unheilvolle Wolken über einer vermeintlichen Idylle - es steht gleich fest, dass der Thriller im hohen Norden angesiedelt ist.
Mit „Schattenmädchen“ legt Frida Skybäck den dritten Band ihrer Krimiserie um die beiden Ermittler Fredrika Storm und Henry Calment vor. Beide stehen vor schwierigen Ermittlungen, da es trotz der Aussagen von Mitstudenten der verschwundenen Isabelle sowie anderen Personen zu keinem neuen Ansatz kommt.

Hat das Technologieunternehmen Bubble Buy tatsächlich etwas mit ihrem Verschwinden zu tun? Oder sogar die Studentenverbindung einer Elite-Universität? Ein Verdächtiger ist schnell gefunden, es handelt sich um den Chef des Unternehmens. Eindeutige Beweise für seine Täterschaft können jedoch nicht vorgelegt werden. Dennoch versteift sich Fredrika zu sehr auf ihn als Verdächtigen, was unprofessionell wirkt. Für mich war Denise, eine Freundin von Isabelle, lange nicht unverdächtig. Sie war von Isabelle nahezu besessen, kopiert ihre Frisur sowie ihre Kleidung.

Der Krimi liest sich sehr langatmig, erst zur Mitte hin kommt etwas Spannung auf. Fredrika und Henry sind sympathische Ermittler, jedoch nahm ihr verwirrendes Privatleben einen viel zu breiten Rahmen ein. Frust und Enttäuschung Fredrikas über mangelnde Ermittlungsergebnisse sind verständlich. Ihr Chaos in der Wohnung sowie in ihrer Beziehung als Reaktion darauf sicher nicht. Der ohnehin geringe Lesefluss wurde immer wieder unterbrochen. Ich schätze unblutige Krimis, aber eine spannende Erzählweise sollte schon gegeben sein, was hier nicht der Fall war. Auch die Figuren konnten nicht richtig überzeugen.
Das Ende des Krimis war unvorhersehbar, wirkte aber realitätsfremd und sehr konstruiert. Ich konnte in diesen Krimi nicht richtig eintauchen und vergebe daher mit Wohlwollen noch drei Sterne.