Spannend und aktuell

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girasole Avatar

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Schauplatz Schweden im unglaublich heißen Mai
Die Soziologiestudentin Isabella Karlsson wird vermißt. Sie ist 25 Jahre und galt als introvertiert. Zuletzt gesehen wurde sie auf einer Relaese-Party der Firma BubbleBuy. Das Unternehmen wurde von zwei ehemaligen Studenten der LTH in Lund gegründet und hat eine App zur Einkaufshilfe entwickelt. Nun soll das Unternehmen an einen chinesischen Investor verkauft werden. Von Isabelle fehlt seit der Feier jegliche Spur. In mühsamer Kleinarbeit werden einzelne Puzzleteilchen von Fredrika Storm und Henry Calment mit Unterstützung des Teams zusammengetragen. Und dann kommt plötzlich ein alter, abgeschlossener Fall bei den Ermittlungen in den Fokus. Ebenfalls eine Studentin, Petra Olsen, verschwand vor 7 Jahren, ihr Mörder wurde verurteilt und beging aus Verzweiflung Suizid. Er hatte bis zum Schluß seine Unschuld beteuert. Fedrika glaubt der Familie und den Angehörigen, verbeißt sich förmlich in den alten Fall, da sie eindeutige Zusammenhänge zu Isabella erkennt und sich scheinbar alles um die Uni, Studenten und Studentenvereinigungen dreht. Gegen alle Widerstände ermittelt sie und will unbedingt den einen Täter finden, dabei bekommt sie einen gewissen Tunnelblick. Vor allem haben hier sehr viele Beteiligte Geheimnisse. Das Ende und der Ausgang überrascht!


Es ist bereits der dritte Band der Reihe, für mich allerdings das erste Buch der Autorin. Es gibt immer wieder Hinweise auf die Vorgängerbände, das stellte aber für mich als Neueinsteigerin kein Problem dar. Die Ermittlungen im Vermißtenfall nehmen erst langsam Fahrt auf, werden dann allerdings immer rasanter und als Leser stellt man seine eigenen Vermutungen an. Es werden etliche Verdächtige ins Spiel gebracht und die Autorin schürt bei ihren Lesern immer wieder Zweifel über den zeitlichen Ablauf. Verschiedene Alternativen was geschehen sein könnte, werden aufgezeigt und am Ende ist es doch anders. Es geht sowohl um aktuelle politische Themen als auch um Machtmißbrauch und geheime Verbindungen. Das jeweilige Privatleben von Fredrike und Henry wird ausführlich behandelt und nimmt einen für mich zu großen Part im Buch ein. Das hätte gerne etwas zurückgenommen werden können. Beide haben ihre sehr unterschiedlichen Probleme zu bewältigen, die sie über den Büroalltag hinaus beschäftigen, für mich waren es allerdings Unterbrechungen in der Story und im Lesefluß. Ansonsten fand ich das Zusammenspiel der beiden sehr gut und ihre unterschiedlichen Charaktere und Herangehensweisen haben sich gut ergänzt.

Positiv fand ich, daß die Autorin am Ende des Buches erwähnt, daß der vorliegende Fall auf wahren Begebenheiten basiert. Nicht so gut fand ich die Covergestaltung. Es ist zwar schön zum Anschauen und paßt zu den Vorgängerbänden, aber zum Inhalt des vorliegenden Buches hat es keinen Bezug – schade.

Trotz meiner Kritik hatte ich spannende Lesestunden. Die Autorin konnte mich mit diesem Krimi überzeugen und ich empfehle ihn gerne weiter!