Versöhnung oder Abrechnung

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sarah3484 Avatar

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Ich denke, dass das Cover das Elternhaus abbildet. Wenn man weiß, wie die Kindheit verlaufen ist, ist das sehr beklemmend.

Die Leseprobe zeichnet ein eindringliches Bild einer schwierigen Mutter-Tochter-Beziehung, die von Kontrolle, Ungerechtigkeit und emotionaler Belastung geprägt ist. Besonders die Kindheit von Margaret wirkt beklemmend: Sie steht häufig unter Verdacht, wird streng beurteilt und wächst mit dem Gefühl auf, nie zu genügen, während ihre Brüder scheinbar ungeschoren davonkommen.

Der Schreibstil ist klar und direkt, wodurch man schnell in die Gedankenwelt der Hauptfigur eintaucht. Die düstere, teils bedrückende Atmosphäre wird dabei konsequent aufgebaut und spürbar transportiert. Auch das schlichte Cover unterstreicht diese Stimmung passend.

Der Einstieg in die Geschichte fällt leicht. Man taucht sofort in die Gefühlswelt von Margret als Kind ein. Sie tut mir unheimlich leid und ich hätte sie gerne in den Arm genommen. Was hat sie nur für eine hartherzige Mutter. Als junge Heranwachsene vor allem ausziehen? Wenn man vermeintlich etwas falsch gemacht hat, gegen die Wand gedrückt werden? Und wenn sich heraus stellt, dass der Bruder der Übeltäter ist, wird einfach darüber hinweg gegangen. Und dazu ein Vater, der der Mutter nicht die Stirn bittet. Seine Tochter nicht vor ihren Wutausbrüchen und Schikanen schützt. Es war so bedrückend und ich war den Tränen nah.
Wie hat diese Kindheit Margarets weiteres Leben geprägt? Hat sie es geschafft , eine bessere Mutter für ihre Tochter zu sein? Ist Versöhnung kurz vor dem Tod der Mutter möglich oder kommt es zu einer Abrechnung?
Ich bin gespannt, ob wir erfahren, warum die Mutter ihrer Tochter keine liebe schenken konnte. Warum Margret nie etwas richtig machen konnte. Wie entwickelt sich die Beziehung zum Bruder und den Nachbarskindern?
Ich habe direkt so viele Fragen im Kopf und würde das Buch unglaublich gerne weiterlesen.