Gelungener Auftakt
Wer Hjorth/Rosenfeldt mag, wird sich bei diesem Autorenduo ebenso zuhause fühlen. Sehr eindrückliche Beschreibung des rauen Umfeldes im Geschehen dieser Geschichte in Island. Gegensätzliche Charaktere, intensiv beschrieben. Empathisch. Die Geschichte für das gesamte Team aufwühlend. Die in ihrem Job noch junge, wenig erfahrene Helga Póra Jónsdóttir wird als leitende Ermittlerin in einem Fall eingesetzt, der sie von Anfang an zu überfordern scheint. Eine junge Frau wurde in einem Pferdestall aufgefunden, völlig nackt, Hände und Füße weisen Fesselungsspuren auf, der Hals eine glatte Linie, die man erst noch nicht recht zuordnen kann. Sie scheint erstickt, aber nicht erdrosselt worden zu sein. Ein Auto steht in der Nähe des Stalls, über dessen Kennzeichen sie schnell deren Besitzerin und damit auch die Identität der Toten feststellen kann. Und die Erkenntnis bei Helga, die zum Haus der Toten eilt ist, dass da das Kind der Toten, zehn Jahre alt, verschwunden ist, offenbar geflohen vor dem Täter. Ihre erste Priorität ist, den Jungen zu finden, aber ohne großes Aufsehen, denn sie will den Täter nicht auf die Suche nach dem Jungen aufmerksam machen, um ihn nicht zu gefährden. Also macht sie sich mit dem eigenwilligen Bjarki Gudmundsson, genannt Grettir, und der Spürhündin Salka auf die Suche, denn die Fahndung nach dem vermuteten Täter, dem Ex-Mann der Toten, überlässt sie den Kollegen. Wie falsch sie alle mit der Annahme liegen, der Fall sei mit dem Auffinden des Ex gelöst, stellen sie schnell fest, als eine zweite Tote in genau der gleiche Tatsituation aufgefunden wird. Man ist sich nun klar, dass der Fall anders und viel größer ist, als gedacht. Für alle eigentlich zu groß, denn mit einer solchen Situation hat keiner Erfahrung. Insbesondere aber wird Helga kritisch beobachtet, sogar für unfähig gehalten von Teammitglied Benni. Temporeich und hoch spannend steht auf dem Klappentext. Das kann man unterschreiben. Und freut sich auf den nächsten Teil.