Island-Feeling pur: Starkes Duo trifft auf Lehrbuch-Thriller

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Mit „Schlafende Vulkane“ legen Michael Hjorth und Bjarni Thorsson einen rasanten Auftakt für eine neue Island-Thriller-Serie vor, der mich vor allem durch sein grandioses Setting und ein außergewöhnliches Ermittler-Duo überzeugen konnte.

Die Geschichte wirft einen sofort ins Geschehen: Eine junge Mutter wird brutal ermordet in einem Pferdestall entdeckt, und von ihrem zehnjährigen Sohn Kristofer fehlt jede Spur – er ist auf der Flucht vor dem Mörder in die eisige Wildnis.

Die junge Ermittlerin Helga übernimmt ihren ersten großen Fall und bekommt dabei unerwartete Hilfe von Bjarki. Er ist eigentlich Motorradpolizist beim Rettungsdienst und kennt die Tücken der rauen Landschaft wie kein Zweiter.

Die Handlung rast im Eiltempo vor sich hin, sodass beim Lesen keinerlei Längen entstehen. Man kann der reinen Ermittlungsarbeit wunderbar folgen. Ein echtes Highlight war für mich das Zusammenspiel der beiden Hauptfiguren: Die analytische Helga und der wortkarge Hüne Bjarki harmonieren als Team super. Auch die bildhaften Beschreibungen der isländischen Kulisse erzeugen eine packende Atmosphäre, die einen tief in die Geschichte hineinzieht – selbst wenn der Buchtitel „Schlafende Vulkane“ im Nachhinein betrachtet eigentlich gar nicht zum tatsächlichen Inhalt passen will.
Ein kleiner Wermutstropfen war für mich allerdings der Aufbau des Plots, der streckenweise sehr nach Lehrbuch wirkte, da einfach ein Mord nach dem anderen abgearbeitet wird. Der Mörder wird zwar durch grundsolide Polizeiarbeit ermittelt, und auch moderne Elemente wie die düsteren Einblicke ins Darknet bringen Dynamik. Dennoch bieten das Motiv des Täters und die endgültige Auflösung kaum neue Facetten, die man nicht schon aus anderen Thrillern kennt. Ohne das besondere Island-Flair und die starke Dynamik des Duos wäre die Story etwas austauschbar geblieben.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Während das faszinierende Setting und das sympathische Ermittler-Team auf ganzer Linie überzeugen, bleibt der eigentliche Kriminalfall in seinen Mustern leider etwas zu klassisch gestrickt.

Für Fans von atmosphärischen Skandinavien-Thrillern ist dieser geradlinige Reihenauftakt aber definitiv eine Empfehlung und bekommt von mir sehr gute 4 von 5 Sternen.