leider nichts neues

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brombeere Avatar

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Worum geht es?
Eine junge Mutter wird ermordet aufgefunden und ihr 10-jähriger Sohn ist nicht auffindbar. Für eher unerfahrene Polizistin und einen ehemalige Polizist beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Denn der Täter hat noch nicht genug.

Worum geht es wirklich?
Hass, Rache und Schnelligkeit.

Lesenswert?
Es war okay, aber leider auch nicht mehr.
Ich habe die Reihe von Hjorth&Rosenfeldt früher super gerne gelesen und nun froh, dass es von den Autoren in neuen Kombinationen durchaus auch neuere Werke gibt. Leider hat sich die Art der Handlungen nicht weiterentwickelt.
Die CHARAKTERE sind in Ordnung, haben ihr eigenes Päckchen zu tragen und müssen sich in der Ermittlungswelt behaupten. Trotzdem ist man ihnen bei der Lektüre nicht allzu nah gekommen und ich könnte sie nun nicht näher einordnen. Teilweise gab es klischeehafte Ansätze, manchmal auch Neuerungen.
Die ATMOSPHÄRE hat mich für das Setting Island tatsächlich eher enttäuscht, da es auch in jedem anderen skandinavischen Land hätte spielen können und keine wirkliche Stimmung aufgekommen ist - selbst wenn die Handlung in eher menschenleeren Gebieten spielt.
Der SCHREIBSTIL (Übersetzung Wibke Kuhn) hingegen ist gewohnt angenehm und war super zu lesen, sodass man durch die Seiten nur so geflogen ist. Hier habe ich keine Kritik.
Die HANDLUNG als solche ist klassisch aufgebaut. Sie startet mit einem Fall, mit dem Kennenlernen der ermittelnden Personen und dann nimmt die Handlung langsam Fahrt auf. Generell gibt es aber auch hier nicht viel neues (auch thematisch).
Ebenfalls ist auch der Aufbau der SPANNUNG nicht neu. Wer ist schneller: Ermittler*innen oder Täter*innen? Dadurch, dass recht viel passiert, ist der Ablauf eher kurzweilig und es passiert genug um die Spannung aufrecht zu halten. Samt dramatischer Höhepunkte.
Hinsichtlich LOGIK auch wieder alles weitgehend zusammenpassend und keine Kritikpunkte. Die Logik der Taten ist meiner Meinung nach auch ausreichend erklärt. Sie ist leider nicht unrealistisch, aber ermüdend durch das immer gleiche Erzählmuster in Thrillern.
Am meisten hat vermutlich mein LESESPASS gelitten. Das Buch war zwar spannend, die ermittelnden Personen okay, aber ansonsten bin ich es einfach leid von toten Frauen und dem Ausschlachten des Mordes zu lesen. Während ich Beginn noch dachte, dass die Tat als solche und die Täterperspektive keine so große Rolle spielen, entwickelt sich das Buch im Verlauf leider in genau die Richtung. Man bekommt also „klassisch“ die Welt des Täters präsentiert und begegnet im Verlauf auch ausgeschlachtet Gräueltaten samt Tatbeschreibung. Dies sind für mich einfach Dinge, die ich schon vor 15 Jahren gelesen habe und deren ständige Wiederholung etc. mir reichen!
Meine Bewertung ist nach der CAWPILE-Methode aufgebaut und ergibt bei 5,29 Bewertungspunkten schließlich 3 Sterne für dieses Buch.
Ich habe einfach genug von der immer gleichen erzählten Misogynie und den dazugehörigen Tätern.
Davon losgelöst ist das Buch vermutlich eine spannende Lektüre.