Man nennt mich Grettir!

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owenmeany Avatar

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Wer - vielleicht für den Urlaub - einen spannenden Krimi ohne Firlefanz sucht, ist mit diesem Titel gut beraten. Mit der Ermittlung nach einem Frauenmörder wird in Reykjavik Helga beauftragt, aus Schweden stammend und noch neu auf dem Kommissariat. Die Interaktionen im Team sprengen nicht den üblichen Rahmen und sind trotz einiger Querelen im Schnitt kooperativ. Ein Problem stellt die Hierarchie dar, aus der ganz besonders der markante, eigensinnige Bjarki als Quereinsteiger immer wieder ausbricht. Wie so oft kristallisiert sich als Motiv extreme Frauenfeindlichkeit heraus.

Geradlinig ohne sich auf Nebenschauplätzen zu verzetteln verfolgen die Fahndungen ihr Ziel, während sich zwischen zwei Protagonisten Sympathie entwickelt und die Besonderheiten Islands zur Geltung kommen.

Vergleiche ich allerdings den vorliegenden Roman zum Beispiel mit denen des Großmeisters Jo Nesbø in all seinem Facettenreichtum, kann ich hier ein Niveaugefälle nicht verhehlen. Nur aus diesem Grund gebe ich diesem soliden, routiniert geschriebenen Thriller vier Sterne und empfehle ihn als Unterhaltungslektüre für zwischendurch.