Packende Jagd nach einem Serienmörder

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bookworm53 Avatar

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„Schlafende Vulkane“ von Michael Hjorth und Bjarni Thorsson ist ein fesselnder Thriller, der Auftakt zu einer neuen Island-Reihe mit Helga Jónsdóttir und Bjarki Guðmundsson Ermittler.

Bereits das Cover des 2026 erschienenen Buches stimmt auf den Schauplatz Island ein, auf raue, karge Natur, auf eine düstere Stimmung. Der Schreibstil ist flüssig, von Beginn an mitreißend. Die Handlung erstreckt sich über einen Zeitraum von rund einer Woche, die Kapitel sind kurz, jeweils mit Überschrift versehen: mit dem Namen desjenigen, aus dessen Sicht erzählt wird. Die Gedanken und Aktionen des Mörders stechen durch die kursive Schrift deutlich hervor. Diese Perspektiven- bzw. Ortswechsel gestalten die Handlung abwechslungs- und temporeich. Die Handlung spielt in der Gegenwart. Die Atmosphäre Islands ist anschaulich beschrieben, die unwegsame Landschaft, die Weite und Einsamkeit außerhalb der Städte.

Das Buch ist ab der ersten Seite fesselnd. Eine ermordete Frau, ein verschwundenes Kind. Man wird regelrecht hineingezogen in das Geschehen, in die verabscheuungswürdigen Handlungen und Gedanken des Täters einerseits, dessen penible Planung der Taten, und andererseits in die ambitionierte Suche nach dem Täter, die Fortschritte der Recherchen, auch irreführende Spuren werden verfolgt. Wer sich hinter dem brutalen und krankhaften Täter verbirgt, offenbart sich einem als Leser recht bald. Selbst als auch der Polizei seine Identität bekannt ist, gelingt ihm die Flucht. Es beginnt eine fieberhafte Jagd, ein Wettlauf gegen die Zeit.

Die Handlung ist actionreich, die Täterperspektive Gänsehaut erzeugend und beklemmend. Die Schilderungen der Frauenmorde, brutal und widerlich, sind nichts für Zartbesaitete. Die Spannung ist stets auf hohem Niveau und steigert sich, je näher Helga und Bjarki dem Täter kommen. Man schafft es kaum, das Buch aus der Hand zu legen. Bis der Mörder in einem atemraubenden Showdown gefasst werden kann.

Was die Charaktere anbelangt, so steht vor allem Helga im Mittelpunkt. Neu im Team, wurde ihr erstmals die Leitung der Ermittlungen übertragen. Sie ist ambitioniert, ist aber bei ihren Entscheidungen immer wieder auch verunsichert. Auch privat plagt sie das schlechte Gewissen, wenn sie wegen ihres zeitraubenden Berufs sich zu wenig um ihre Tochter kümmern kann. Bjarki, ein schweigsamer, durchtrainierter Hüne, der die Einsamkeit und Natur liebt, wird ihr im Zuge des Rettungseinsatzes für den verschwundenen Jungen zugeteilt. Er erweist sich als kongenialer Partner für Helga, der sie unterstützt und unkonventionelle Entscheidungen mit trägt. Nicht nur die beiden, auch Nebenfiguren wirken authentisch und lebendig. Emotionelle Tiefe fehlte allerdings generell.

Schon allein die isländische Atmosphäre hat mich begeistert, aber ich mochte auch die Protagonisten. „Schlafende Vulkane“ ist ein Pageturner. Ein Serienauftakt, der Lust auf weitere Fälle dieses Ermittler-Duos macht. Eine unbedingte Leseempfehlung! 5 Sterne!