Außergewöhnlicher Roman

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„Schleifen“ von Elias Hirschl ist ein ungewöhnlicher und sehr origineller Roman, der mich auf Anhieb fasziniert hat.
Die eigenwillige Kombination aus sprachphilosophischem Experiment, psychologischer Studie und literarischem Spiel mit Krankheit, Suggestion und Hypochondrie hat mich sehr neugierig gemacht.
Allein die aussergewöhnliche Ausgangsidee rund um die empfindsame, zugleich eigenwillige Hauptfigur Franziska Denk, die an einer höchst befremdlichen „Krankheit“ leidet, bei der sich alles, was sie an Krankheiten hört oder liest sofort bei ihr zu manifestieren scheint, ist genial! Ich finde es höchst spannend, die Frage zu erkunden, wie Worte unser Denken, Empfinden und sogar unseren Körper beeinflussen können.
Ich bin gespannt wie der Autor, seinen Roman über Sprache und über ihre Macht, ihre Tücken und ihr Potenzial, Realitäten zu formen, weiterentwickeln wird und wie er mit der Sprache in gedanklichen Schleifen und spielerischen Wendungen experimentieren wird.
Bereits die Leseprobe deutet auf eine anspruchsvolle und teilweise sogar fordernde Lektüre hin, doch die Mischung aus ungewöhnlicher Idee, dichter Sprache und feinem Humor sowie dem interessanten Umfeld im Wien der 1930er Jahre finde ich sehr viel versprechend.