Sprachliche Reize

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joberlin Avatar

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Der Roman ist gleich so interessant, denn Elias Hirsch hat ein ausgesprochen illustres Personal angesammelt, große Namen aus Mathematik und Philosophie wie Gödel, Schlick, Wittgenstein, Russell, Einstein werden zumindest genannt .

Hauptsächlich jedoch geht es um die Familie Denk. Wir lernen das Kind Franziska kennen, ihr Wohlbefinden wird durch sprachliche Reize bestimmt, so fühlt sie sich bei Ansprache eines kranken Menschen, selbst gleich ganz krank und schwach. Nun so etwas gibt es durchaus, das hat man schon gehört .
Mutter und Vater bemühen sich , das Kind zu schützen, doch sie wissen
“ wenn der Mensch versuche, künstlich die Ordnung der Dinge zu erhöhen, müsse Gott das Ungleichgewicht
ausgleichen und im Gegenzug etwas ins Chaos stürzen.”
Und ja - durchaus chaotisch wirkt der Vater, eine Art philosophischer Sprachwissenschaftler. Neben Fachbüchern zu “Die Sprachen der Welt”, erstellt er Grammatik und Vokabelsammlungen. Franziska lernt diese Fremdsprachen, je entfernter und seltener sich die Sprache präsentiert, desto besser, sie wird nun nicht mehr von einfach nur genannten Krankheitssymptomen erfasst.

“Selbstständig brachte sie sich mehrere der Sprachen bei, die ihr Vater ihr
in unregelmäßigen Abständen aus allen Teilen der Welt in Form
von unvollständigen Grammatik-Skizzen und Vokabelsammlungen zuschickte. Wo sie zu wenig Informationen über Wortschatz oder Syntax hatte, erfand sie einfach selbst Wörter und
schrieb die toten Sprachen künstlich weiter. “

Das ist das Setting und das dürften die Hauptakteure sein. Anspruchsvoll und amüsant, so wirkt diese Leseprobe auf mich. Die Lektüre hat mir großen Spaß gemacht. Ich möchte den Roman “Schleifen” und seinen Autor Elias Hirsch gerne genauer kennenlernen.