Zwischen Sprache und Symptom

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Elias Hirschl gelingt mit Schleifen ein ebenso verspielter wie gedankenscharfer Roman, der sofort in seinen Bann zieht. Die Leseprobe eröffnet eine Welt, in der Sprache nicht nur Mittel der Beschreibung ist, sondern ein eigenes, gefährliches Biotop. Franziska, die jedes gelesene oder gehörte Symptom körperlich übernimmt, ist eine faszinierende Erzählinstanz: verletzlich, hochintelligent und zugleich von einer fast magischen Empfänglichkeit geprägt.

Besonders beeindruckend ist die Art, wie Hirschl die Begegnung zwischen Franziska und dem Mathematiker Otto Mandl inszeniert. Ihre gemeinsame Obsession für Wörter, Muster und die Idee einer perfekten Sprache wirkt exzentrisch, aber nie künstlich. Die Leseprobe vermittelt ein Gefühl von intellektuellem Abenteuer, das dennoch warm und menschlich bleibt.