Abstrus und überfordernd
Der Klappentext und die ersten Seiten des Buches von Elias Hirschl versprechen eine wirklich interessante und abstruse Story um eine besondere und extreme Ausprägung der Hypochondrie: Ein junges Mädchen erkrankt unmittelbar an jeder Krankheit, deren Namen oder Symptome sie nur hört. An jeder! Die einzige Heilung scheint, eben diese Krankheiten nicht beim Namen zu nennen. Um das Mädchen vor Krankheit zu schützen, gibt es nur eine Lösung: Die Krankheit nicht beim Namen zu nennen. Daraus entwickelt sich eine besondere Sprachkunst, um die jeweiligen Leiden und um das Leben der jungen Frau herum, die besessen ist von der Aufgabe, eine völlig neue Sprache zu entwickeln. Am Anfang: sehr amüsant. Im weiteren Verlauf des Buches jedoch nimmt diese Besessenheit immer wahnwitzigere Züge an. Diese wurden für mich als Leserin immer anstrengender, obwohl das Muster nahezu immer dasselbe ist. Sind die sprachlichen Extreme zu Beginn noch ganz witzig, werden sie nach und nach immer abstruser – und langweiliger. Von der eigentlichen Story bleibt nichts mehr übrig. Vielmehr wird immer wieder aufs Neue eine Art Metaebene der Sprache erschaffen, die schon fast wahnsinnig ist. Ab der Mitte des Buches habe ich aufgegeben.