Ein wilder Ritt
Es fällt mir schwer, zu diesem Buch eine Rezension zu schreiben. Was für ein wilder Ritt, den uns Elias Hirschl hier liefert! "Schleifen" ist höchst fordernd, das Buch zu lesen braucht Zeit, Geduld und freie Gehirnwindungen, die bereit sind ordentlich mit Geistesergüssen durchgespült zu werden!
Ich bin fasziniert, was für eine Ideenvielfalt Hirschl in sich hat. Das für mich treffendste Wort "fantastisch" fällt mir hierzu ein - in seiner vielfältigen Bedeutung. Fantastisch, weil viele verrückte Ideen den Roman durchdringen; fantastisch, weil die sprachliche Ebene komplex, eloquent und durchtrieben zugleich ist; fantastisch, weil man - je tiefer man in den Roman eintaucht, Fiktion von Historischem kaum mehr auseinanderhalten mag; fantastisch, dass Sprache, Weltherrschaftwille, Mathematik und Philosophie sich hier so unzertrennlich ineinander fügen; fantastisch, weil man so etwas Spezielles erst einmal zustande bringen muss.
Die Rahmenhandlung webt sich um Franziska Denk und Otto Mandl. Franziska leidet unter einer speziellen Unannehmlichkeit: sobald sie von irgendeiner Krankheit erfährt - durch lesen oder wenn jemand davon erzählt - spürt sie sogleich deren Symptome. Durch Sprache versucht sie sie zu beherrschen und zu heilen. Irgendwann lernt sie den Mathematiker Otto Mandl kennen und mit ihm gemeinsam will sie die Welt verändern - ganz im Sinne ihrer wohl größten Leidenschaft: der Sprache.
Hier von einer im Zentrum stehenden Geschichte zu sprechen, trifft den Inhalt des Buches nicht. Vielmehr ist die Sprache selbst Protagonistin, sie (be-)herrscht (über) jene, die sie bändigen wollen. Und der Kaiser über alledem ist der Autor selbst. Unfassbar wie es ihm gelingt, tausende Ideen, tausende Fantasmen und schwer identifizierbares Historisches in ein so stimmiges Werk zu packen. Am Ende, nein, auch immer wieder mittendrin, ist man erschöpft, ringt nach Luft, braucht eine Pause, um sich schlussendlich gewahr zu werden: die Schleifen und das Schleifen spielen in einer extra Liga. Und für einen kurzen Moment durften wir an diesem Wunderwerk teilhaben.
Ich bin fasziniert, was für eine Ideenvielfalt Hirschl in sich hat. Das für mich treffendste Wort "fantastisch" fällt mir hierzu ein - in seiner vielfältigen Bedeutung. Fantastisch, weil viele verrückte Ideen den Roman durchdringen; fantastisch, weil die sprachliche Ebene komplex, eloquent und durchtrieben zugleich ist; fantastisch, weil man - je tiefer man in den Roman eintaucht, Fiktion von Historischem kaum mehr auseinanderhalten mag; fantastisch, dass Sprache, Weltherrschaftwille, Mathematik und Philosophie sich hier so unzertrennlich ineinander fügen; fantastisch, weil man so etwas Spezielles erst einmal zustande bringen muss.
Die Rahmenhandlung webt sich um Franziska Denk und Otto Mandl. Franziska leidet unter einer speziellen Unannehmlichkeit: sobald sie von irgendeiner Krankheit erfährt - durch lesen oder wenn jemand davon erzählt - spürt sie sogleich deren Symptome. Durch Sprache versucht sie sie zu beherrschen und zu heilen. Irgendwann lernt sie den Mathematiker Otto Mandl kennen und mit ihm gemeinsam will sie die Welt verändern - ganz im Sinne ihrer wohl größten Leidenschaft: der Sprache.
Hier von einer im Zentrum stehenden Geschichte zu sprechen, trifft den Inhalt des Buches nicht. Vielmehr ist die Sprache selbst Protagonistin, sie (be-)herrscht (über) jene, die sie bändigen wollen. Und der Kaiser über alledem ist der Autor selbst. Unfassbar wie es ihm gelingt, tausende Ideen, tausende Fantasmen und schwer identifizierbares Historisches in ein so stimmiges Werk zu packen. Am Ende, nein, auch immer wieder mittendrin, ist man erschöpft, ringt nach Luft, braucht eine Pause, um sich schlussendlich gewahr zu werden: die Schleifen und das Schleifen spielen in einer extra Liga. Und für einen kurzen Moment durften wir an diesem Wunderwerk teilhaben.