Fragmente

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„Schleifen“ hat mich am Anfang wirklich begeistert. Der Klappentext klang spannend; es ging darum, dass durch die Sprache Krankheiten übertragen werden können. Leider fühlte sich das Buch irgendwann zäh an, und vieles wirkte länger, absurder oder sperriger, als ich gehofft hatte.

Man merkt dem Roman an, dass Elias Hirschl ein unglaublich gebildeter Mensch ist. Denn durch den Einbezug und die Kombination von Mathematik, Philosophie, Popkultur und Sprachspielereien fühlten sich an wie ein philosophischer Essay. An anderen Stellen wirkte es wieder wie ein Roman.
Dadurch kann vieles überladen wirken. Ich glaube, so wäre es für mich auch gewesen, hätte ich es nicht in vielen Etappen gelesen. Die spannenden Stellen gingen oft zu schnell vorbein (wie die Kombination von Krankheit und Sprache zu Anfang), während andere Passagen sich gezogen haben.

Die „Handlung“ bleibt also sehr fragmentarisch. Ich hatte selten das Gefühl, einer klaren Geschichte zu folgen. Eher wirkte es wie ein lose zusammenhängendes Sammelsurium aus Ideen, Szenen und sprachlichen Experimenten. Wer einen klassischen Roman erwartet, dürfte hier schnell enttäuscht sein. Wer auf der anderen Seite verschiedene Themengebiete (sowohl gelöst als auch gemischt), ist hier an der richtigen Stelle.