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Gedankenspiele

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elenanett Avatar

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Ich habe dieses Buch mit Neugier und Vergnügen gelesen. Elias Hirschl traut sich etwas, das man heute nicht oft findet: er zwingt den Leser intensivst nachzudenken. Franziska Denk, aufgewachsen im hochintellektuellen Wiener Klima, liest Krankheiten und bekommt sie. Umso interessanter ist die Geschichte ihrer Heilung und weiteren Entwicklung in Verbindung mit dem Mathematiker Otto Mandl. Sprachlich ist das Buch anspruchsvoll, sehr scharf, manchmal böse, unterschwellig witzig. Im weiteren Verlauf verliert sich das Buch leider ein wenig. Die zweite Hälfte wirkte auf mich kopflastig und fast belehrend. Da wurde aus Literatur stellenweise ein Sachtext, und ich habe mich beim Lesen gefragt, ob es noch eine Erzählung oder schon eine Erklärung ist. Das ist schade, denn gerade die erzählerische Kraft hätte das Buch weiter getragen. Und trotzdem, wenn auch dieses Buch kein Roman für alle ist, kann ich es allen sprachbegeisterten empfehlen, die Gedankenspiele mögen und eigenwillige Erzählumwege aushalten.