Gescheitert an der Hyperintellektualisierung
Das Buch "Schleifen" direkt mit der Protagonistin beginnen zu lassen, welche die Pest "schon wieder" hat, ist ein genialer Einstieg. Eine Geschichte, die im Umfeld des sog. Wieder Kreises beginnt - man erwartet also doch nach den Andeutungen und dem spektakulären Einstieg zur Geschichte der Franziska Denk (!) zurecht, dass der Autor eine Brücke zu schlagen gedenkt zwischen der Macht und den Grenzen der Sprache und deren Inkorporation über das Denken. Ich habe sofort die großen Romane von Umberto Eco assoziiert, vor allem natürlich das "Foucaultsche Pendel". Doch bereits nach 40 Seiten beginnt die Quälerei: Wo will der Autor mit mir hin? Welchen Sinn verfolgt das name-dropping, das kurze Auftauchen Wittgensteins, die Paranoia Kurt Gödels usw.? Dem Versuch, Interesse durch eine aufgesetzt erscheinende Hyperintellektualisierung zu produzieren, kann ich ebenso wenig etwas abgewinnen wie bei Julia Zehs "Spieltrieb".