Intellektuell, komplex, dichtes und witziges Konstrukt, das herausfordert, wenn nicht überfordert
Der Roman fängt vielversprechend an. Den Wiener Kreis mit Intellektuellen wie Philosophen, Mathematiker, Logiker gab es wirklich. Ein großartiger Anfang von dem Mädchen Franziska Denk, die allein durch das Lesen und Hören von Krankheiten diese auch bekommt. Franziska lernt durch die Postkarten ihres Vaters, der an einem Atlas verlorener Sprachen arbeitet und in aller Welt unterwegs ist. Er vermeidet jegliche Anspielung auf Krankheiten, schreibt in fremden Sprachen und diese Fähigkeit und Faszination führt sie in die Sprachwissenschaft und die Erforschung eigener Sprachen.
Sie lernt Otto Mandl kennen, einen Mathematiker, mit dem sie dann jahrzehntelang daran forscht, eine perfekte Sprache zu entwickeln, wo alle den gleichen Zugang zur Welt bekommen würden. Ein vielseitiges und komplexes Unterfangen.
Franziska möchte eine Sprache entwickeln auf der konkreten Ebene, „eine Sprache, die das eigentliche Lebewesen ist, die sich durch die Menschheit als Wirtsorganismus weiterentwickelt und fortpflanzt“. Otto Mandl: Die einzige Form, die ein logisches, in sich geschlossenes System annehmen könne, um fehlerfrei bestehen zu können, sei die Form einer Schleife“.
Als die Mutter wahnsinnig wird und Unmengen Möbiusschleifen aus ihrem Zimmer quellen (ihr Interessensgebiet) und das Haus brennt, wird der Roman immer abstruser. Was vorher noch Spaß brachte, auch die originellen, nicht immer wahren, doch glaubwürdig verpackten Fußnoten, dreht sich bald um ein Lesen, das herausfordert.
Ein übersprudelnder Ideenreichtum, den der Autor serviert, intellektuell anspruchsvoll und detailliert, muss erst einmal verdaut werden. Es betrifft Bereiche der höheren Mathematik, Philosophie, Wissenschaft mit Beispielen und Anekdoten über lebende oder berühmte (Franz Kafka) oder nicht existierende Personen und fiktive Begebenheiten wie die Gründung einer Sekte, das Auftauchen von Doppelgängern.
Verknüpfungen, die keinen Zusammenhang vermuten lassen, die Elias Hirschl dennoch komponiert und logisch und glaubhaft darzustellen weiß. Der Essay von John Cage und Ang Gurong ist witzig und gibt Stoff darüber hinaus nachzudenken, was für Franziska Denk wahre Kunst ist. Eine Sekte Wodot wird gegründet (Warten auf Godot?), wo das zu Bezeichnende, Erfassbare reduziert wird (wie am Anfang der letzte Bericht des Vaters).
Der Roman ist voll von sprühenden Ideen, wahren, falschen, abstrakten wie konkreten, wobei mir die konkreten greifbarer waren als so manche abstrakte, die teils ermüdend detailliert beschrieben werden.
Elias Hirschl kann schreiben ohne Frage und zeigt ein Spektrum seiner Intelligenz.
Doch der Eindruck einer Selbstverliebtheit in die Sprache und sein Wissen und daraufhin die Zumutung an den Leser, sich mit denselben auf gleiche Art auseinanderzusetzen, ist bei mir eingetreten. Auf vielen Strecken hat mich der Roman nicht erreicht.
Die vielen ausführlichen Randbemerkungen, die anfänglich amüsant und zum Nachschauen anregten, dienten mir im späteren Verlauf nicht mehr dazu, einen Lesefluss voranzutreiben.
Doch welchen Sinn transportiert die Geschichte? Für mich dies eben auch, dass Elias Hirschl intelligent intelligent intelligent ist. Dadurch dass Franziska im Laufe des Romans immer unsympathischer wird, ist sie keine Protagonistin, mit der man sich anfreunden könnte, im Laufe der Geschichte will man die Welt nicht mehr durch Franziskas Brille sehen (darum geht es ja auch nicht) .Was bleibt also, was hallt nach? Der Witz für Eingeweihte, doch kein tieferes Berührtsein, eher eine Anerkennung an die Leistung, diesen Roman so komplex detailliert und klug und auch witzig geschrieben zu haben, für so manchen Leser vielleicht eine Faszination.
Sie lernt Otto Mandl kennen, einen Mathematiker, mit dem sie dann jahrzehntelang daran forscht, eine perfekte Sprache zu entwickeln, wo alle den gleichen Zugang zur Welt bekommen würden. Ein vielseitiges und komplexes Unterfangen.
Franziska möchte eine Sprache entwickeln auf der konkreten Ebene, „eine Sprache, die das eigentliche Lebewesen ist, die sich durch die Menschheit als Wirtsorganismus weiterentwickelt und fortpflanzt“. Otto Mandl: Die einzige Form, die ein logisches, in sich geschlossenes System annehmen könne, um fehlerfrei bestehen zu können, sei die Form einer Schleife“.
Als die Mutter wahnsinnig wird und Unmengen Möbiusschleifen aus ihrem Zimmer quellen (ihr Interessensgebiet) und das Haus brennt, wird der Roman immer abstruser. Was vorher noch Spaß brachte, auch die originellen, nicht immer wahren, doch glaubwürdig verpackten Fußnoten, dreht sich bald um ein Lesen, das herausfordert.
Ein übersprudelnder Ideenreichtum, den der Autor serviert, intellektuell anspruchsvoll und detailliert, muss erst einmal verdaut werden. Es betrifft Bereiche der höheren Mathematik, Philosophie, Wissenschaft mit Beispielen und Anekdoten über lebende oder berühmte (Franz Kafka) oder nicht existierende Personen und fiktive Begebenheiten wie die Gründung einer Sekte, das Auftauchen von Doppelgängern.
Verknüpfungen, die keinen Zusammenhang vermuten lassen, die Elias Hirschl dennoch komponiert und logisch und glaubhaft darzustellen weiß. Der Essay von John Cage und Ang Gurong ist witzig und gibt Stoff darüber hinaus nachzudenken, was für Franziska Denk wahre Kunst ist. Eine Sekte Wodot wird gegründet (Warten auf Godot?), wo das zu Bezeichnende, Erfassbare reduziert wird (wie am Anfang der letzte Bericht des Vaters).
Der Roman ist voll von sprühenden Ideen, wahren, falschen, abstrakten wie konkreten, wobei mir die konkreten greifbarer waren als so manche abstrakte, die teils ermüdend detailliert beschrieben werden.
Elias Hirschl kann schreiben ohne Frage und zeigt ein Spektrum seiner Intelligenz.
Doch der Eindruck einer Selbstverliebtheit in die Sprache und sein Wissen und daraufhin die Zumutung an den Leser, sich mit denselben auf gleiche Art auseinanderzusetzen, ist bei mir eingetreten. Auf vielen Strecken hat mich der Roman nicht erreicht.
Die vielen ausführlichen Randbemerkungen, die anfänglich amüsant und zum Nachschauen anregten, dienten mir im späteren Verlauf nicht mehr dazu, einen Lesefluss voranzutreiben.
Doch welchen Sinn transportiert die Geschichte? Für mich dies eben auch, dass Elias Hirschl intelligent intelligent intelligent ist. Dadurch dass Franziska im Laufe des Romans immer unsympathischer wird, ist sie keine Protagonistin, mit der man sich anfreunden könnte, im Laufe der Geschichte will man die Welt nicht mehr durch Franziskas Brille sehen (darum geht es ja auch nicht) .Was bleibt also, was hallt nach? Der Witz für Eingeweihte, doch kein tieferes Berührtsein, eher eine Anerkennung an die Leistung, diesen Roman so komplex detailliert und klug und auch witzig geschrieben zu haben, für so manchen Leser vielleicht eine Faszination.