Leider zu absurd, zu viel gewollt, unzufrieden mit der Umsetzung

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janinasmind Avatar

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SCHLEIFEN hat mich sofort angesprochen, weil im Klappentext von Sprache und Krankheit die Rede ist und ich die Leseprobe durch die humorvolle Art mochte. Leider hat sich das nach und nach von positiv in neutral und dann in negativ gewandelt, es fühlte sich zäh und langatmig an. Die interessante Teilabschnitte waren zu kurz, der Rest zu lang und absurd für meine Verhältnisse. Schleifen hat sich für mich gleichzeitig zu ernst und nicht ernst genug genommen lol. Teilweise hat mich die Erfahrung beim Lesen daran erinnert, als ich Julia Friese's Delulu, Italo Calvino's If on a Winter's Night a Traveler, Barbi Markovic's Minihorror und Elina Penner's Die Unbußfertigen gelesen habe. Für mich zu viel Rückkopplung, Über-Erzählung, Satire, die für mich nicht zündet. Die vielen Anagramme haben mich schnell gestört, weil es zu spät behandelt wurde und ich da schon die Nase voll von diesem Stilmittel hatte. Es hätte gerne 100 Seiten kürzer, weniger konstruiert und bunt sein können, damit es halbwegs Spaß und Sinn macht. Auf der Rückseite wird Schleifen ein Ideenroman genannt und da würde ich sogar mitgehen: es ist ein Ideenroman, aber kein Umsetzung-Roman oder Antworten-Roman. Vieles wird aufgemacht, aber für mich nicht zufrieden erzählt.

TW/CW: alles mögliche - Tod, Mord, Massenhysterie, Krankheiten aller Art, Verbrennung, Bücherverbrennung, Essen von Papier/Büchern, Verschwörungstheorien, Suizidbomber, Koma, Krankenhaus, Medical Malpractice, Wahn/Halluzinationen, Massaker etc.