Man ist nicht vorbereitet auf diese "Geschichte"

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lisakira Avatar

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In der Leseprobe hatte ich das erste Kapitel gelesen und war amüsiert von dem "magical realism", d.h. von Franziskas speziellem "Syndrom", nämlich dass sie die Symptome jeder Krankheit entwickelt von der sie hört. Außerdem wurden Wittgenstein und andere reale Persönlichkeiten erwähnt. Ich nahm also an, dass mich eine Art historischer Wissenschaftsroman oder so etwas in der Art erwarten würde. Nun ja. Ich muss sagen, von Kapitel ~ 7 bis gut zur Hälfte des Buchs war es nicht ganz leicht es zur Hand zu nehmen und weiterzulesen... denn wie sich herausstellte, handelt es sich bei "Schleifen" keineswegs um einen ansatzweise klassischen Roman, sondern eher ein literarisches und philosophisches Experiment. Die zweite Hälfte des Buchs konnte ich dann wieder einigermaßen genießen, da ich mich nun damit abgefunden hatte, dass sich kein vollwertiger Plot entwickeln würde, wobei man an den Ereignissen dieser in unserer nahen Zukunft liegenden Welt schon Anteil nimmt zum Ende hin. Es ist beeindruckend und auch ein wenig besorgniserregend, was der Autor da fabriziert hat. Immer wieder sehr amüsant. Durchweg sehr clever. Kein klassischer Roman, aber ein denkwürdiges Leseerlebnis.