Ungewöhnlich

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steffi kohl Avatar

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Ich habe die Vorgängerromane des Autors Elias Hirschl nicht gelesen , aber davon viel Gutes gehört.
Das Cover erschien mir zunächst wenig aussagekräftig, der Titel ebenso.
Kurz zum Inhalt:
Franziska Denk leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, dass sie mitbekommt, ereilt sie sofort. In dem Mathematiker Otto Mandl findet Franziska einen Seelenpartner und sie lernt sich mit Wörtern aus toten Sprachen zu immunisieren. Die beiden sind absolut sprach besessen und forschen nach der perfekten Sprache.
Aber natürlich kann diese Inhaltsangabe in keinster Weise widergeben , was wirklich in diesem Roman passiert. Es hat auch ein paar Seiten gedauert , ehe ich mich entschieden habe , weiter zu lesen. Die Geschichte ist schon ganz schön schräg, aber das Durchhalten hat sich auf jeden Fall gelohnt. Man muss sich beim Lesen schon richtig konzentrieren , denn das Buch dreht sich um sprachphilosophische Fragen.
Es ist faszinierend, wie der junge Autor Sprache, Philosophie und Naturwissenschaften miteinander verbindet . Sprache ist bei ihm viel mehr als nur ein Mittel zur Kommunikation, es ist Experiment, Machtmittel und Sucht und so viel mehr , als wir zunächst glauben. Und das schafft er alles in einer leichten , schon fast spielerischen Schreibweise.
Hirschl schreibt einen klugen Roman, dessen Inhalt man sich zunächst erarbeiten muss , der aber zunehmend Spaß macht und nachwirkt.