unglaublich intelligenter Roman

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lechat Avatar

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Der Roman "Schleifen" von Elias Hirschl ist eine absolute Überraschung! Beim Lesen des Klappentextes und der ersten Erwartungshaltung vermutet man eine Geschichte, die von einer jungen Frau handelt, die schon allein beim Hören oder Lesen einer Krankheit entsprechende Symptome entwickelt und die auch dadurch - gemeinsam mit dem zweiten Protagonisten Otto Mandl - eine perfekte Sprache entwickeln möchte.
Schnell wird der Lesende allerdings mit einer Flut an sprachwissenschaftlichen, mathematischen und philosophischen Gedankengängen konfrontiert. Diese sind teils sehr interessant, absurd (komisch), aber manchmal auch (zumindest für mich) zu kompliziert. Insbesonders die mathematischen Abhandlungen und Theorien musste ich überfliegen, weil es sehr schwierig war, zu folgen.
Gerade das Absurde macht diesen Roman zu etwas Besonderem. Oft stellt sich beim Lesen die Frage, welche Personen historisch echt sind und welche erfunden. Da legt man das Buch auch gerne mal kurz zum Nachschauen zur Seite.
Es ist absolut bewundernswert, mit welcher Klugheit und sicher auch einer sehr aufwendigen Recherchearbeit der Autor hier agiert und dabei zudem eine insgesamt überaus spannende Geschichte entwickelt.
Der Titel "Schleifen" wird immer wieder aufgegriffen und auch die Schriftart des Titels auf dem Cover erklärt sich schnell.
Fazit: Dem Autor ist ein sehr kluges, interessantes und wirklich besonderes Werk gelungen, das beim Lesen jedoch ein gewisses Verständnis für die Thematik erfordert.