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Verwirrende Sprachreise

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kräutereule7 Avatar

Von

Das Cover von „Schleifen“ sticht nicht besonders ins Auge. Es spielt zwar mit der Wahrnehmung, was auch ein Teil des Buches ist, allerdings ist es optisch nicht besonders oder Blicke-auf-sich-ziehend.

Der Schreibstil von Elias Hirschl hingegen ist sehr außergewöhnlich. Es ist eine Mischung aus einfachen, erzählenden und gut zu lesenden Sätzen und komplizierter Fachsprache. Da die Kapitellängen allerdings eine sehr gute Länge hatten, konnte man nach einem komplizierteren Kapitel schnell eine Pause einlegen.

Die "Geschichte" rund um Franziska Denk und Otto Mandl finde ich persönlich schwer zu beschreiben und zu beurteilen. Der Klappentext und die Leseprobe sind meiner Meinung nach sehr irreführend, denn den Leser erwartet keine gradlinige Geschichte mit Höhen, Tiefen und Charakterentwicklung. Ich würde soweit gehen zu sagen, dass ich es als viele zusammenhängende Kurzgeschichten beschreiben würde. Obwohl es das auch nicht trifft.
Viele Kapitel fand ich sehr verwirrend (z.B. das Kapitel rund um Ang Gurobg und die Leere so wie viele weitere), sodass bei mir das Gefühl entstanden ist, dass man ein gewisses philosophisches Grundwissen braucht, um die Ereignisse im Buch in seinem Inhalt richtig einordnen zu können. Der Autor konfrontiert den Leser mit sehr vielen Ideen rund um Sprache (wovon mir die Palindrom-Texte besonders gefallen haben), tut dies jedoch auf eine für mich ziemlich intransparente Art und Weise.
Dennoch hatte ich immer wieder Spaß beim Lesen, da ich solch einem Buch noch nie begegnet bin.

Alles in allem würde ich das Buch auf keinen Fall als "schlecht" beschreiben. Es ist ein sehr anspruchsvolles Buch und meiner Meinung nach nicht für die breite Masse gedacht. Ich würde mich den anderen Rezensenten anschließen, dass das Buch für Intellektuelle geeignet ist, die besonders Vorwissen im Bereich Philosophie und Sprachen haben. Wenn man mit diesem Wissen den Inhalt des Buches nachvollziehen kann, dann kann es bestimmt eine grandiose Leseerfahrung werden.

Für meinen persönlichen Geschmack würde ich dem Buch 2,5 von 5 Sternen geben!