Hexerische Zeitreisen

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coni90 Avatar

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Die junge Hexe Chrystal geht im 19. Jahrhundert auf eine Hexenschule in Salem, doch statt ihre Ausbildung zu verfolgen, findet sie sich plötzlich auf einer Zeitreise in unsere Gegenwart wieder. Zwischen Vergangenheit und Zukunft versucht sie, die Geheimnisse rund um Salem zu entschlüsseln, Verbündete zu finden und herauszufinden, wem sie wirklich vertrauen kann. Dabei gerät sie immer tiefer in ein Geflecht aus Intrigen, Geheimnissen und magischen Verbindungen.

Der Einstieg in School of Witches war für mich etwas holprig. Man wird direkt in die im Klappentext angesprochene Zeitreise geworfen, ohne die weibliche Hauptfigur Chrystal oder gar das Hexeninternat vorher kennenzulernen. Dadurch fiel es mir sehr schwer, mit ihr und ihren Erlebnissen mitzufühlen und im Buch anzukommen. Auch wie sie an die Hexenschule kam und damit einhergehende Ereignisse wurden recht schnell in kurzen Sätzen passiv abgehandelt. Das war mir leider zu knapp, sodass ich nicht nicht wirklich mit der Geschichte verbunden fühlte. So hatte ich eigentlich erwartet, dass der Hauptfokus auf dem Hexeninternat im 19. Jahrhundert liegen würde, das mit nur kurzen Einblicken und Szenen eher eine Nebenrolle spielte.

Zudem hatte ich häufiger das Gefühl, dass wichtige Ereignisse nur nachträglich zusammengefasst wurden, statt sie beim Lesen selbst mitzuerleben. Tatsächlich habe ich zwischendurch sogar nachgesehen, ob ich einen Vorgängerband verpasst habe. Die Handlung sprang immer wieder zwischen Vergangenheit und Zukunft, wodurch für mich einiges unrund wirkte. Auch die Auseinandersetzungen mit ihrer Klassenkameradin Salome und dem Widersacher Magister Obsidian sowie verschiedene Hintergründe und Zusammenhänge hätten für mich mehr Raum gebraucht. Manche Entwicklungen wurden mir ferner zu einfach gelöst oder blieben unzureichend erklärt.

Dabei gefiel mir die Grundidee durchaus - eine junge Hexe, die aus dem 19. Jahrhundert in unserer Zeit landet. Das hat viel Potential und sehr gelungen fand ich daher die Gegenüberstellung von Vergangenheit und Zukunft. Mit Blick auf die Zielgruppe wurde ganz nebenbei vermittelt, wie die Menschen früher gelebt haben. Die Autorin hat gekonnt die Unterschiede herausgearbeitet und viele unterhaltsame Beschreibungen eingebaut! Auch die Geschichte von Salem selbst wurde sehr schön eingebunden.

Insbesondere die Szenen am Hexeninternat in der Vergangenheit haben mir besonders gut gefallen, da wir hier mehr über Chrystals Alltag und die Hexenwelt erfuhren. Auch Salome als loyale Klassenkameradin war eine wirklich schöne Ergänzung. Sie stellte die richtigen Fragen und war für die fast schon ungestüme Chrystal eine wichtige Stimme der Vernunft. Ihre Freundschaft hätte für meinen Geschmack allerdings noch etwas mehr Tiefe vertragen. Ähnlich ging es mir mit Love Interest Ronan. Seine Rolle empfand ich als interessant, da ambivalent, aber gerade nach seinen Entscheidungen hätte ich mir mehr Einblick in seine weitere Situation gewünscht (, was aber möglicherweise dann in Band 2 aufgearbeitet wird).

Ein echtes Highlight waren für mich die wunderschönen, detailreichen Illustrationen, die das Lesen wunderbar unterstützten. Und auch die magischen Ideen der Autorin wie z,B. ein Erfrischungszauber oder verzauberte Wischmöppe, die man gut behandeln muss, damit sie fleißig arbeiten, fand ich sehr herzig.

Mein Fazit: "School of Witcher" hat eine interessante Grundidee, eine solide Hexenwelt und wirklich ansprechende Illustrationen. Leider ging mir die Handlung insgesamt zu schnell. Viele Ereignisse wurden eher abgehandelt als ausführlich erzählt, wodurch Figuren, Entwicklungen und Zusammenhänge für mich zu oberflächlich blieben. Der leichte, zügige Schreibstil mag für die jüngere Zielgruppe gut funktionieren, mir fehlte es jedoch an Tiefe und nachvollziehbaren Erklärungen. Insgesamt konnte mich die Geschichte daher trotz schöner Ideen leider nicht vollständig überzeugen.