Influencerin mit Herzblut

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Auf den ersten Blick war ich mir nicht sicher, was ich von diesem Buch halten sollte. Der Titel "Schule, aber stabil", was soll das heißen? Und dann prangt noch prominent die Autorin mit einem Ganzkörperbild auf dem Cover. Fast hätte ich dem Buch also keinen zweiten Blick gegönnt und nicht hineingelesen. Doch ich bin sehr froh, es getan zu haben, denn schon die ersten paar Seiten haben mich so überzeugt, dass ich unbedingt das ganze Buch lesen wollte.

Nun nach der Lektüre kann ich sagen: es hat sich gelohnt! Gina Waibel hat etwa ein Jahrzehnt als Lehrerin gearbeitet und dabei mit ihrem sensiblen Radar für Rassismus und Diskriminierung viel erlebt. Leidenschaftlich und aus vollem Herzen setzte sie sich schon damals neben ihrem Lehrerjob und nun, nach Aufgabe ihrer Lehrtätigkeit, noch intensiver als Influencerin und Leitende von Workshops für Sensibilisierung in diesem Bereich ein.

Das Buch ist in einem zugänglichen, jugendlich-lässigen Stil geschrieben, der mir persönlich sehr gut gefallen hat, weil es sich dadurch leicht liest und es für viele Teile der Bevölkerung zugänglich ist. Anhand unzähliger Beispiele zeigt die Autorin auf, wie verbreitet Rassismus und Diskriminierung im Schulalltag sind und wie wenig Verständnis von Lehrkräften und Direktion es dafür gibt; auch an Schulen, die sich offiziell als rassismus- und diskriminierungsfrei bezeichnen.

Die Autorin ist eine streitbare Persönlichkeit, die sich voll Herzblut für ihre Mission einsetzt, das merkt man an jeder Zeile im Buch. Verständlich wird aber auch, dass sie sich damit im konservativ-bürokratisch geprägten Schulbetrieb nicht nur Freunde gemacht hat und diesen schließlich verlassen musste, was ich persönlich bedaure, da der Schule damit sicherlich eine sehr engagierte, unkonventionelle Lehrkraft, die nah an den Kindern und Jugendlichen dran ist, verloren gegangen ist.

Die Lektüre des Buches kann ich allen empfehlen, die sich gerne auf unterhaltsame und praxisnahe Art und Weise darüber informieren möchten, an wie vielen Stellen - auch so einigen, die man als weiße Person oft gar nicht vermuten würde - Menschen von Rassismus und Diskriminierung betroffen sein können.