Relevantes Thema mit Schwächen in der Umsetzung!
Das Buch „Schule, aber stabil“ von Gina Waibel widmet sich hochaktuellen und essenziellen Themen unseres Bildungssystems: Rassismus, Diskriminierung und den strukturellen Hürden, denen Schülerinnen und Schüler täglich begegnen. Es ist ein mutiger Schritt der Autorin, diese Probleme offen anzusprechen, doch bei der genauen Betrachtung des Werkes zeigt sich ein zwiespältiges Bild.
Bereits beim ersten Anfassen überzeugt das Buch durch eine hervorragende haptische und visuelle Qualität. Das Cover besticht durch eine gelungene Farbauswahl, und auch der Farbschnitt sowie das wertige Papier machen optisch viel her. Einzig das prominente Foto der Autorin auf dem Cover sagt mir persönlich weniger zu – auch wenn es verständlich ist, da Gina Waibel als Content Creatorin auf Instagram eine große Reichweite besitzt und ihr Gesicht für ihren Wiedererkennungswert entscheidend ist.
Der Schreibstil unterscheidet sich deutlich von klassischer Sachliteratur. Die Autorin wählt eine sehr umgangssprachliche, fast schon gezwungen jugendliche Sprache. Durch die Nutzung von Slang-Ausdrücken wie „bashen“, „tbh“ oder „WTF“ wirkt der Text zwar nahbar, meint es aber stellenweise zu gut mit der Nahbarkeit: Mich persönlich hat dieser Stil im Lesefluss gehemmt und wirkt phasenweise etwas deplatziert für die Ernsthaftigkeit der Thematik.
Inhaltlich ist das Werk in verschiedene Kapitel unterteilt, die von rassistischen Aussagen durch Lehrkräfte bis hin zu Diskriminierung unter Jugendlichen reichen. Oftmals wirken diese Abschnitte jedoch wie aneinandergereihte Skripte von Instagram-Posts und nicht wie eine kohärente oder tiefgründige Auseinandersetzung. Zudem verbleibt das Buch meist auf der Ebene des Anprangerns. Konkrete Lösungsansätze fehlen ebenso wie eine tiefere Analyse der Ursachen.
Auch die sachliche Fundierung lässt an einigen Stellen zu wünschen übrig. Kritik an bestehenden Maßnahmen fällt mitunter zu pauschal und eindimensional aus. So werden etwa Sprachtests zur Frühförderung sehr hart als reine Diskriminierung abgeurteilt. Dabei ist bekannt, dass gerade solche Programme Chancenungleichheiten ausgleichen können – sowohl für Kinder aus nicht-deutschsprachigen Elternhäusern als auch für Kinder mit Mutismus. Eine Maßnahme vollkommen abzuwerten, nur weil die bisherige Umsetzung noch Mängel aufweist, greift zu kurz. Hier hätte dem Buch ein roter Faden sowie fachlich fundierte Handlungsempfehlungen gutgetan. Auch die in den Kapiteln eingestreuten Fragen zur Selbstreflexion bleiben unbeantwortet und wirken im Kontext etwas unklar.
Fazit & Empfehlung:
„Schule, aber stabil“ brennt für ein wichtiges Thema und verdient Anerkennung für den Mut, Diskriminierung im Schulumfeld laut anzusprechen. Wer einen leicht zugänglichen, ersten Einblick in die Problematik aus Perspektive einer Influencerin sucht, mag hier einen Einstieg finden. Wer jedoch eine tiefgründige, fundierte oder lösungsorientierte Auseinandersetzung erwartet, wird eher enttäuscht. Für den Mut zur Thematik und die tolle äußere Gestaltung vergebe ich 2 von 5 Sternen.
Bereits beim ersten Anfassen überzeugt das Buch durch eine hervorragende haptische und visuelle Qualität. Das Cover besticht durch eine gelungene Farbauswahl, und auch der Farbschnitt sowie das wertige Papier machen optisch viel her. Einzig das prominente Foto der Autorin auf dem Cover sagt mir persönlich weniger zu – auch wenn es verständlich ist, da Gina Waibel als Content Creatorin auf Instagram eine große Reichweite besitzt und ihr Gesicht für ihren Wiedererkennungswert entscheidend ist.
Der Schreibstil unterscheidet sich deutlich von klassischer Sachliteratur. Die Autorin wählt eine sehr umgangssprachliche, fast schon gezwungen jugendliche Sprache. Durch die Nutzung von Slang-Ausdrücken wie „bashen“, „tbh“ oder „WTF“ wirkt der Text zwar nahbar, meint es aber stellenweise zu gut mit der Nahbarkeit: Mich persönlich hat dieser Stil im Lesefluss gehemmt und wirkt phasenweise etwas deplatziert für die Ernsthaftigkeit der Thematik.
Inhaltlich ist das Werk in verschiedene Kapitel unterteilt, die von rassistischen Aussagen durch Lehrkräfte bis hin zu Diskriminierung unter Jugendlichen reichen. Oftmals wirken diese Abschnitte jedoch wie aneinandergereihte Skripte von Instagram-Posts und nicht wie eine kohärente oder tiefgründige Auseinandersetzung. Zudem verbleibt das Buch meist auf der Ebene des Anprangerns. Konkrete Lösungsansätze fehlen ebenso wie eine tiefere Analyse der Ursachen.
Auch die sachliche Fundierung lässt an einigen Stellen zu wünschen übrig. Kritik an bestehenden Maßnahmen fällt mitunter zu pauschal und eindimensional aus. So werden etwa Sprachtests zur Frühförderung sehr hart als reine Diskriminierung abgeurteilt. Dabei ist bekannt, dass gerade solche Programme Chancenungleichheiten ausgleichen können – sowohl für Kinder aus nicht-deutschsprachigen Elternhäusern als auch für Kinder mit Mutismus. Eine Maßnahme vollkommen abzuwerten, nur weil die bisherige Umsetzung noch Mängel aufweist, greift zu kurz. Hier hätte dem Buch ein roter Faden sowie fachlich fundierte Handlungsempfehlungen gutgetan. Auch die in den Kapiteln eingestreuten Fragen zur Selbstreflexion bleiben unbeantwortet und wirken im Kontext etwas unklar.
Fazit & Empfehlung:
„Schule, aber stabil“ brennt für ein wichtiges Thema und verdient Anerkennung für den Mut, Diskriminierung im Schulumfeld laut anzusprechen. Wer einen leicht zugänglichen, ersten Einblick in die Problematik aus Perspektive einer Influencerin sucht, mag hier einen Einstieg finden. Wer jedoch eine tiefgründige, fundierte oder lösungsorientierte Auseinandersetzung erwartet, wird eher enttäuscht. Für den Mut zur Thematik und die tolle äußere Gestaltung vergebe ich 2 von 5 Sternen.