Wichtig, interessant, aber irgendwie unfertig
Das Buch lässt mich etwas gespalten zurück. Ich bin wirklich froh, dass es dieses Buch gibt und dass ich es gelesen habe. Vor allem, weil ich zuerst dachte: Komm, das Thema kann ich mir jetzt nicht auch noch vornehmen. Doch, kann ich, muss ich, will ich, müssen, wir alle.
Ich habe viele wichtige Dinge daraus gelernt, viele Perspektiven gezogen, viele Formen von Diskriminierung sehen dürfen, die mir vorher im Verborgenen geblieben wären.
Anders als andere finde ich die Sprache durchaus erfrischend. Vermutlich, weil meine Biografie der der Autorin sehr sehr ähnelt. Meine Alltagssprache ist es zwar nicht, aber das ist die Sprache der Rosas und Blomes auch nicht. Dieses Buch richtet sich, blickt man auf die kleinen Text-Einheiten, an wirklich alle. Und das ist wichtig.
Ich habe zwei wichtige Kritikpunkte: 1. Ein roter Faden hätte geholfen. Mir fehlt eine Argumentationslinie, die auch die Gliederung stärker machen würde. Über weite Strecken war ich sehr verloren. Auch große Relevanz macht das Handwerk nicht überflüssig.
2. Konkrete Kritik an konkreten Maßnahmen fällt an vielen Stellen zu pauschal, zu eindimensional gedacht & zu hart aus.
Ich erläutere es an einem Beispiel: Die Sprachtests zur Frühförderung werden hart abgeurteilt und als direkte Maßnahme zur Diskriminierung abgetan. Wir wissen aber, dass diese Frühförderung für Kinder wichtig ist und Faktoren der Ungleichheit entgegenwirken kann. Hier profitieren also Kinder, in deren Elternhaus kein Deutsch gesprochen wird ebenso wie die, die zum Beispiel Formen von Mutismus zeigen (und das sind ja ziemlich viele). Denen helfen wir jetzt also nicht mehr? Dann sind wir direkt bei Merz' "Bildung darf man nicht an die Schule outsourcen". Aha, wohin dann?
Die Kritik an der Umsetzung – "mit Bussen in die Schule", also an den Ort der Diskriminierung – verrutscht dann völlig. Es stimmt, die Autorin muss nicht die Lösungen für alles liefern, das nicht gut gedacht ist. Aber ein Programm ist nicht schlecht, nur weil die Umsetzung noch nicht zu Ende gedacht ist. Dann denkt man eben weiter. Und da dürfen auch alle mitmachen.
Ich habe viele wichtige Dinge daraus gelernt, viele Perspektiven gezogen, viele Formen von Diskriminierung sehen dürfen, die mir vorher im Verborgenen geblieben wären.
Anders als andere finde ich die Sprache durchaus erfrischend. Vermutlich, weil meine Biografie der der Autorin sehr sehr ähnelt. Meine Alltagssprache ist es zwar nicht, aber das ist die Sprache der Rosas und Blomes auch nicht. Dieses Buch richtet sich, blickt man auf die kleinen Text-Einheiten, an wirklich alle. Und das ist wichtig.
Ich habe zwei wichtige Kritikpunkte: 1. Ein roter Faden hätte geholfen. Mir fehlt eine Argumentationslinie, die auch die Gliederung stärker machen würde. Über weite Strecken war ich sehr verloren. Auch große Relevanz macht das Handwerk nicht überflüssig.
2. Konkrete Kritik an konkreten Maßnahmen fällt an vielen Stellen zu pauschal, zu eindimensional gedacht & zu hart aus.
Ich erläutere es an einem Beispiel: Die Sprachtests zur Frühförderung werden hart abgeurteilt und als direkte Maßnahme zur Diskriminierung abgetan. Wir wissen aber, dass diese Frühförderung für Kinder wichtig ist und Faktoren der Ungleichheit entgegenwirken kann. Hier profitieren also Kinder, in deren Elternhaus kein Deutsch gesprochen wird ebenso wie die, die zum Beispiel Formen von Mutismus zeigen (und das sind ja ziemlich viele). Denen helfen wir jetzt also nicht mehr? Dann sind wir direkt bei Merz' "Bildung darf man nicht an die Schule outsourcen". Aha, wohin dann?
Die Kritik an der Umsetzung – "mit Bussen in die Schule", also an den Ort der Diskriminierung – verrutscht dann völlig. Es stimmt, die Autorin muss nicht die Lösungen für alles liefern, das nicht gut gedacht ist. Aber ein Programm ist nicht schlecht, nur weil die Umsetzung noch nicht zu Ende gedacht ist. Dann denkt man eben weiter. Und da dürfen auch alle mitmachen.