Zeit für Veränderung

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
davina Avatar

Von

„Schule, aber stabil“ von Gina Waibel ist ein Buch für alle, die Schule nicht nur als Ort von Stundenplänen und Klassenarbeiten sehen, sondern sich fragen, wie Schule eigentlich funktionieren könnte, damit sie wirklich für alle Kinder und Jugendliche ein guter Ort ist.

Gina Waibel wirft einen kritischen, aber gleichzeitig sehr praxisnahen Blick auf den Schulalltag. Dabei geht es unter anderem um das Bildungssystem, Chancen(un)gleichheit, Rassismus und die Frage, was Schülerinnen und Schüler eigentlich brauchen, um gut lernen zu können. Die Autorin zeigt ohne Frage viele Baustellen auf, denen man sich gerade als Lehrkräfte stellen muss.

Mir hat besonders gefallen, dass das Buch nicht den Eindruck vermittelt, es gäbe die eine magische Lösung für alle Probleme. Schule ist nun einmal komplex und vieles lässt sich nicht von heute auf morgen ändern. Trotzdem regt „Schule, aber stabil“ dazu an, eingefahrene Strukturen zu hinterfragen und Schule neu zu denken.

Dabei liest sich das Ganze angenehm und verständlich, für ältere Semester vielleicht zu locker bzw. Modern aber es kommt ohne trockene Fachsprache aus, was ich für einen niedrigschwelligen Zugang toll finde. Einige Gedanken fand ich sehr treffend, bei anderen hätte ich mir durchaus noch etwas mehr Tiefe gewünscht. Insgesamt ist es aber ein sehr interessantes und trotz des Themas unterhaltsames Buch, das vor allem eines schafft: Man denkt nach dem Lesen noch ein bisschen über den eigenen Blick auf Schule nach.