Ein Sommer, der Spuren hinterlässt
Schon die ersten Seiten von Schwarzer September von Sandro Veronesi entfalten eine große erzählerische Kraft. Aus der rückblickenden Perspektive des zwölfjährigen Gigio wird eine Kindheit beschrieben, die zunächst von Geborgenheit, Sommern am Meer und elterlicher Fürsorge geprägt ist - ein sicherer Ort, der jedoch nicht bestehen bleibt. Der Ton ist ruhig, reflektiert und zugleich von einer leisen Vorahnung durchzogen, dass etwas Unumkehrbares bevorsteht.
Besonders eindrucksvoll ist die Detailfülle, mit der Veronesi Erinnerungen lebendig macht. Die Beschreibungen wirken sinnlich und präzise, ohne nostalgisch zu verklären. Der Sommer 1972 an der ligurischen Küste wird zu einem Mikrokosmos, in dem persönliche Entwicklungen und weltpolitische Ereignisse miteinander verwoben sind. Während Gigio erste Erfahrungen von Begehren, Scham und Verunsicherung macht, dringen zugleich Gewalt, Rassismus und politische Realität immer stärker in sein Leben ein.
Die Figuren sind fein gezeichnet, insbesondere die Eltern, deren Schutz plötzlich brüchig wird, und Astel, deren Auftreten Gigios Welt grundlegend verändert. Veronesi erzählt nicht laut oder dramatisch, sondern mit einer großen Ruhe, die das Erschütternde umso stärker wirken lässt. Der Schreibstil ist elegant, dicht und von hoher sprachlicher Qualität ein Text, der Konzentration verlangt, aber reich belohnt.
Die Leseprobe macht deutlich, dass Schwarzer September kein klassischer Entwicklungsroman ist, sondern ein tiefgründiger Text über den Verlust von Sicherheit, über das Erwachsenwerden unter falschem Timing und über die Gewalt der Welt, die ungefiltert in ein junges Leben einbricht.
Ich möchte unbedingt weiterlesen, weil dieser Roman das Versprechen gibt, persönlich Erlebtes und historische Umbrüche auf außergewöhnlich kluge und eindringliche Weise miteinander zu verbinden.
Besonders eindrucksvoll ist die Detailfülle, mit der Veronesi Erinnerungen lebendig macht. Die Beschreibungen wirken sinnlich und präzise, ohne nostalgisch zu verklären. Der Sommer 1972 an der ligurischen Küste wird zu einem Mikrokosmos, in dem persönliche Entwicklungen und weltpolitische Ereignisse miteinander verwoben sind. Während Gigio erste Erfahrungen von Begehren, Scham und Verunsicherung macht, dringen zugleich Gewalt, Rassismus und politische Realität immer stärker in sein Leben ein.
Die Figuren sind fein gezeichnet, insbesondere die Eltern, deren Schutz plötzlich brüchig wird, und Astel, deren Auftreten Gigios Welt grundlegend verändert. Veronesi erzählt nicht laut oder dramatisch, sondern mit einer großen Ruhe, die das Erschütternde umso stärker wirken lässt. Der Schreibstil ist elegant, dicht und von hoher sprachlicher Qualität ein Text, der Konzentration verlangt, aber reich belohnt.
Die Leseprobe macht deutlich, dass Schwarzer September kein klassischer Entwicklungsroman ist, sondern ein tiefgründiger Text über den Verlust von Sicherheit, über das Erwachsenwerden unter falschem Timing und über die Gewalt der Welt, die ungefiltert in ein junges Leben einbricht.
Ich möchte unbedingt weiterlesen, weil dieser Roman das Versprechen gibt, persönlich Erlebtes und historische Umbrüche auf außergewöhnlich kluge und eindringliche Weise miteinander zu verbinden.