Nicht immer leicht zugänglich

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern Leerer Stern
aitutaki Avatar

Von

Schon auf den ersten Seiten wird deutlich, dass es sich um keine leichte Lektüre handelt, sondern um einen Roman, der sich mit inneren Spannungen, Erinnerungen und emotionalen Brüchen auseinandersetzt. Die Atmosphäre ist dicht und ernst, was mich neugierig gemacht hat, mich aber auch gefordert fühlte.

Der Schreibstil ist kraftvoll, sehr genau und stellenweise anspruchsvoll. Sandro Veronesi schreibt reflektiert und psychologisch fein, manchmal fast essayistisch. Die Sprache verlangt Aufmerksamkeit, belohnt diese aber mit Tiefe und eindringlichen Bildern. Besonders gefallen hat mir die Intensität der Gedanken und Gefühle, auch wenn der Text nicht immer leicht zugänglich ist.

Die Figuren wirken bereits in der Leseprobe vielschichtig und innerlich zerrissen. Sie werden weniger über äußere Handlung als über ihre Gedanken und Emotionen greifbar. Dadurch entsteht eine gewisse Distanz, gleichzeitig aber auch eine starke Authentizität. Man spürt, dass persönliche Vergangenheit und innere Konflikte eine zentrale Rolle spielen.

Insgesamt hat mir die Leseprobe gut gefallen, auch wenn sie Konzentration verlangt. „Schwarzer September“ wirkt wie ein tiefgründiger, literarischer Roman, der sich besonders an Leserinnen und Leser richtet, die psychologisch dichte Texte und intensive innere Auseinandersetzungen schätzen.