Sommer, Unschuld – und der Moment, in dem alles kippt
Die Leseprobe liest sich ruhig, fast nostalgisch, und zieht einen langsam, aber sehr sicher hinein. Gigios Blick auf den Sommer 1972 ist voller Details: Strand, Musik, Familie, erste Verliebtheit. Gleichzeitig liegt von Anfang an etwas Bedrohliches in der Luft. Veronesi schreibt sehr bildhaft und gedanklich ausschweifend, man folgt eher Erinnerungen und Gefühlen als einer klaren Handlung. Das verlangt Aufmerksamkeit, wirkt aber ehrlich. Besonders stark fand ich, wie persönliche Erfahrungen mit historischen Ereignissen verwoben werden. Kein Buch für schnelles Lesen, sondern eines, das Zeit braucht und dafür lange nachhallt.