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Schwarzer September wirkt auf den ersten Blick wie ein atmosphärisch dichter, coming-of-age-Roman, der in Italien der frühen 1970er spielt. Das Cover und der Klappentext versprechen eine Geschichte zwischen Sommervergnügen und historischer Schwere: Der zwölfjährige Gigio verbringt einen heißen Ligurien-Sommer, in dem seine ersten jugendlichen Leidenschaften, Musik und Bücher im Vordergrund stehen, bevor ein dramatisches Ereignis – der Mord an einem Vater und die Verstrickung seines eigenen Vaters als Verteidiger – alles infrage stellt. Parallel schleichen sich die Schatten der Zeitgeschichte heran, nämlich der Anschlag der Terrorgruppe „Schwarzer September“ bei den Olympischen Spielen von München, der dem Titel seinen makabren Nachklang verleiht.
Die Sprache des Rücken­textes wirkt sinnlich und zugleich melancholisch: Es geht um Musik (Bowie, Cat Stevens), den Geruch von Vinyl und Meer, um Freundschaft und erste Liebe, bevor die politische Realität und Gewalt in das Leben der Figuren eindringen. Diese Mischung aus persönlichem Erwachen und kollektivem Trauma könnte eine Spiegelung der unruhigen 1970er-Jahre sein, ein Roman über Verlust, Erinnerung und das schmerzhafte Erwachsenwerden.