Als der Elefant vom Himmel fiel
Das Cover zeigt eine Urlaubsidylle am Strand, drei halbwüchsige Jungen liegen im Sand, dahinter das tiefblaue Meer, darüber der hellblaue Himmel. Doch dann der Titel: Schwarzer September, da zerbricht die Idylle. So nannte sich die Terrorgruppe, die im Sommer 1972 in München den Anschlag auf die israelische Olympiamannschaft verübte.
Der Ich-Erzähler Gigio erinnert sich nach über 50 Jahren an jenen Sommer seines zwölften Lebensjahres, in dem er die Geborgenheit seiner behüteten und glücklichen Kindheit verlor, offenbar mit solcher Gewalt, dass es ihm ein Bedürfnis ist, diese Geschichte zu erzählen. Mit großer Langsamkeit, zu der er sich zwingen muss, schildert er im ersten Teil des Romans ausführlich sein ungetrübtes Leben als Kind in einer gutbürgerlichen Familie, die in Vinci unweit von Florenz lebte und ihre Sommerferien regelmäßig in Fiumetto an der ligurischen Küste verbrachte. Er erspart uns keine Details, bis hin zu den Gerüchen, dennoch ist die Lektüre ungewöhnlich kurzweilig, denn hier ist ein begnadeter Erzähler am Werk, dem es gelingt, die Personen und die Stimmung jener Jahre in allen Einzelheiten lebendig und mit feinem Humor erstehen zu lassen. Und stets lauert eine Bedrohung im Hintergrund, die Andeutung einer Katastrophe, mit der dieses Glück bald ein furchtbares Ende nehmen wird. Aber zuvor gibt es noch so viel zu erzählen, der sportbegeisterte Zwölfjährige fiebert der Olympiade entgegen, er erlebt herzzerreißend intensive Stunden mit seiner ersten Liebe, einer dreizehnjährigen Schönheit, gemeinsam entdecken sie die Musik, von Harry Belafonte über Cat Stevens bis Led Zeppelin, tanzen dazu und genießen jede Sekunde ihrer Verliebtheit, die sie völlig unerwartet gepackt hat. Dann aber bricht die Katastrophe mit solcher Wucht über sie hinein, dass Gigios siebenjährige Schwester Gilda sie mit dem Elefanten vergleicht, der vom Himmel fällt.
Zum Zeitpunkt des Erzählens können beide Geschwister längst auf ein mehr oder weniger erfolgreiches Leben als Erwachsene zurückblicken. Aber die Katastrophe hat ihr Leben so geprägt, dass wir schließlich die Gründe verstehen, weshalb der Autor sie so und nicht anders erzählen musste.
Veronesis Lust am Fabulieren sprüht aus jedem Absatz. Seine klug eingestreuten Bezüge zur Welt- und Kulturgeschichte sind unterhaltsam und humorvoll. Es ist eine Freude, dieses Buch zu lesen. Uneingeschränkte Leseempfehlung!
Der Ich-Erzähler Gigio erinnert sich nach über 50 Jahren an jenen Sommer seines zwölften Lebensjahres, in dem er die Geborgenheit seiner behüteten und glücklichen Kindheit verlor, offenbar mit solcher Gewalt, dass es ihm ein Bedürfnis ist, diese Geschichte zu erzählen. Mit großer Langsamkeit, zu der er sich zwingen muss, schildert er im ersten Teil des Romans ausführlich sein ungetrübtes Leben als Kind in einer gutbürgerlichen Familie, die in Vinci unweit von Florenz lebte und ihre Sommerferien regelmäßig in Fiumetto an der ligurischen Küste verbrachte. Er erspart uns keine Details, bis hin zu den Gerüchen, dennoch ist die Lektüre ungewöhnlich kurzweilig, denn hier ist ein begnadeter Erzähler am Werk, dem es gelingt, die Personen und die Stimmung jener Jahre in allen Einzelheiten lebendig und mit feinem Humor erstehen zu lassen. Und stets lauert eine Bedrohung im Hintergrund, die Andeutung einer Katastrophe, mit der dieses Glück bald ein furchtbares Ende nehmen wird. Aber zuvor gibt es noch so viel zu erzählen, der sportbegeisterte Zwölfjährige fiebert der Olympiade entgegen, er erlebt herzzerreißend intensive Stunden mit seiner ersten Liebe, einer dreizehnjährigen Schönheit, gemeinsam entdecken sie die Musik, von Harry Belafonte über Cat Stevens bis Led Zeppelin, tanzen dazu und genießen jede Sekunde ihrer Verliebtheit, die sie völlig unerwartet gepackt hat. Dann aber bricht die Katastrophe mit solcher Wucht über sie hinein, dass Gigios siebenjährige Schwester Gilda sie mit dem Elefanten vergleicht, der vom Himmel fällt.
Zum Zeitpunkt des Erzählens können beide Geschwister längst auf ein mehr oder weniger erfolgreiches Leben als Erwachsene zurückblicken. Aber die Katastrophe hat ihr Leben so geprägt, dass wir schließlich die Gründe verstehen, weshalb der Autor sie so und nicht anders erzählen musste.
Veronesis Lust am Fabulieren sprüht aus jedem Absatz. Seine klug eingestreuten Bezüge zur Welt- und Kulturgeschichte sind unterhaltsam und humorvoll. Es ist eine Freude, dieses Buch zu lesen. Uneingeschränkte Leseempfehlung!