Coming- of- age in den 1970er Jahren

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern Leerer Stern
hurmelchen Avatar

Von

Sehr hatte ich mich auf Sandro Veronesis neuen Roman „Schwarzer September“ gefreut, beschreibt er doch eine Zeit, nämlich die 1970 er Jahre, in denen ich, genau wie der Hauptprotagonist des Buches, der 12- jährige Gigio, herangewachsen bin. Leider hat mich der Roman eher enttäuscht.
Gigio verbringt jeden Sommer seines jungen Lebens mit seiner Familie in Fiumetto an der ligurischen Küste, so auch den Sommer 1972. Es ist der Sommer des Umbruchs für Gigio. Am Anfang noch sind seine unbeschwerten Tage erfüllt von seiner Begeisterung für verschiedene Sportarten , für Musik und für die ein Jahr ältere Astel, doch bald wird Astel für ihn mehr, als nur eine Sommer- Freundin, und die Welt verliert mit dem Terroranschlag bei den olympischen Sommerspielen in München ihre Unschuld.
Sehr eindrücklich beschreibt Veronesi die Gefühlslage eines pubertierenden Jungen im Italien dieser Zeit. Allerdings verliert er sich zunehmend in hübschen Details, die zwar dem Kolorit des Settings schmeicheln, irgendwann aber von der eigentlichen Geschichte ablenken. Ob der ganzen Erklärungen zu Sportarten und Musik überfiel mich bald lähmende Langeweile.
Das Attentat bei den Olympischen Spielen in München kommt dann auch nur am Rande vor, und der schwarze September steht eher stellvertretend für die Gemütslage des jungen Gigio.