Die Last eines Sommers

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cynthiam Avatar

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Der Erzählstil kam mir anfangs etwas eigentümlich vor. Bin nicht so ein riesiger Fan davon, wenn der Leser direkt angesprochen wird. Aber zu dieser Geschichte und ihrem Flair passt das irgendwie.

Mir haben vor allem die Beschreibungen des Familienlebens und der Eigenheiten, die seine Eltern jeweils ausmachten, gefallen. Ich fand man konnte sich ein gutes Bild von ihnen, ihrer Beziehung und dem Leben miteinander machen. Auch die Coming of Age Aspekte wurden gut herausgearbeitet und ein paarmal musste ich beim Lesen schmunzeln.

Der Vibe des Sommers, der Verliebtheit und damit verbundenen Aufregung kam wirklich gut rüber und schafft eine schöne Atmosphäre. Die zentralen Themen rund im Musik, Sprache, Erwachsenwerden geben dem sommerlichen Exkurs eine nahbare, coole Richtung und machen Gigio authentisch.
Und gleichzeitig gibt es Episoden, die die Idylle durchbrechen, die mich sprachlos gemacht und sich wie ein Felsbrocken auf meine Brust gelegt haben.

Der im Klappentext angeteaserte Fall eröffnet sich erst ganz zum Schluss. Ich hatte angenommen, dass dieser einen größeren Stellenwert einnehmen würde, finde es aber an sich sehr passend umgesetzt. Nur, dass am Schluss alles recht komprimiert ist, hat für mich so bisschen den Flair der sommerlichen Träge zerstört. Ich hätte hier kein Resümee gebraucht.