Eindrucksvoll
Mit Schwarzer September gelingt ein ebenso atmosphärisch dichter wie emotional berührender Roman über das Erwachsenwerden in einer Zeit, in der die Welt aus den Fugen gerät.
Der Sommer 1972 in Fiumetto an der ligurischen Küste flimmert vor Hitze, Salz und Musik. Während die Erwachsenen gebannt auf das Schachduell zwischen Bobby Fischer und Boris Spasski blicken und die Olympische Sommerspiele 1972 ihre Schatten vorauswerfen, erlebt der zwölfjährige Gigio einen ganz eigenen Ausnahmezustand: die erste große Liebe.
Mit Astel, der klugen, sprachgewandten Tochter einer aus Äthiopien stammenden Mutter, zieht eine neue Welt in sein Leben ein. Es sind die übersetzten Songtexte von David Bowie und Cat Stevens, die die beiden Jugendlichen verbinden. Musik wird hier nicht nur zum Soundtrack, sondern zum emotionalen Resonanzraum einer Generation zwischen Aufbruch und Unsicherheit. Man riecht förmlich das erhitzte Plastik der Strandliegen, das Salz auf der Haut und das Knistern des Vinyls.
Doch die Unbeschwertheit hält nicht lange. Der Mord an Astels Vater bricht wie ein Riss durch die sommerliche Idylle. Plötzlich stehen nicht mehr nur erste Gefühle im Mittelpunkt, sondern Schuld, Loyalität und moralische Ambivalenz – zumal Gigios Vater ausgerechnet die verdächtigte Ehefrau verteidigen soll. Parallel erschüttert der Terroranschlag der palästinensischen Gruppe Schwarzer September auf die israelische Mannschaft in München die Weltöffentlichkeit. Das Private und das Politische verweben sich unauflöslich.
Was diesen Roman so besonders macht, ist seine feine Balance: Er erzählt leise und einfühlsam vom Erwachsenwerden, ohne die historischen Umbrüche zu übertönen. Die Perspektive des jungen Gigio verleiht den großen Ereignissen eine intime Dimension. Geschichte wird hier nicht doziert, sondern gefühlt – durch die Unsicherheit eines Jungen, der begreift, dass die Welt komplizierter ist als jedes Schachspiel.
Schwarzer September ist ein Roman voller Atmosphäre, Zeitkolorit und emotionaler Tiefe. Eine Geschichte über Musik, erste Liebe und den Moment, in dem die Kindheit endet – und zugleich ein eindrucksvolles Porträt eines Sommers, der die Welt veränderte.
Der Sommer 1972 in Fiumetto an der ligurischen Küste flimmert vor Hitze, Salz und Musik. Während die Erwachsenen gebannt auf das Schachduell zwischen Bobby Fischer und Boris Spasski blicken und die Olympische Sommerspiele 1972 ihre Schatten vorauswerfen, erlebt der zwölfjährige Gigio einen ganz eigenen Ausnahmezustand: die erste große Liebe.
Mit Astel, der klugen, sprachgewandten Tochter einer aus Äthiopien stammenden Mutter, zieht eine neue Welt in sein Leben ein. Es sind die übersetzten Songtexte von David Bowie und Cat Stevens, die die beiden Jugendlichen verbinden. Musik wird hier nicht nur zum Soundtrack, sondern zum emotionalen Resonanzraum einer Generation zwischen Aufbruch und Unsicherheit. Man riecht förmlich das erhitzte Plastik der Strandliegen, das Salz auf der Haut und das Knistern des Vinyls.
Doch die Unbeschwertheit hält nicht lange. Der Mord an Astels Vater bricht wie ein Riss durch die sommerliche Idylle. Plötzlich stehen nicht mehr nur erste Gefühle im Mittelpunkt, sondern Schuld, Loyalität und moralische Ambivalenz – zumal Gigios Vater ausgerechnet die verdächtigte Ehefrau verteidigen soll. Parallel erschüttert der Terroranschlag der palästinensischen Gruppe Schwarzer September auf die israelische Mannschaft in München die Weltöffentlichkeit. Das Private und das Politische verweben sich unauflöslich.
Was diesen Roman so besonders macht, ist seine feine Balance: Er erzählt leise und einfühlsam vom Erwachsenwerden, ohne die historischen Umbrüche zu übertönen. Die Perspektive des jungen Gigio verleiht den großen Ereignissen eine intime Dimension. Geschichte wird hier nicht doziert, sondern gefühlt – durch die Unsicherheit eines Jungen, der begreift, dass die Welt komplizierter ist als jedes Schachspiel.
Schwarzer September ist ein Roman voller Atmosphäre, Zeitkolorit und emotionaler Tiefe. Eine Geschichte über Musik, erste Liebe und den Moment, in dem die Kindheit endet – und zugleich ein eindrucksvolles Porträt eines Sommers, der die Welt veränderte.