eine italienische Kindheitserinnerung
Sandro Veronesi versteht es, den Lesenden so einzubeziehen, dass er denkt, ein Freund erzähle seine Kindheitsgeschichte. Filme, Lieder, Comics, historische Ereignisse, True Crime, Orte, Gerüche, Sprache - Sinne, Erinnerungen und Emotionen spielen eine große Rolle in der Verbindung zwischen dem literarischen Ich und dem Leser. Jeder findet an irgendeiner Stelle eine Gemeinsamkeit mit Gigio, eine Basis für diese literarische Freundschaft. Für diese persönliche Beziehung lässt sich Veronesi viel Zeit, hält die Spannung bis zum Höhepunkt und darüber hinaus durch Andeutungen aufrecht. Leider hat an dieser Stelle jedoch der Zsolnay-Verlag versagt und zwei immense Spoiler in den inneren Umschlagtext gesetzt, die Veronesis Spannungskurve zunichte machen. Ohne diesen Verrat könnte man jedoch in den Genuss kommen, sich lange zu fragen, worauf Gigio bei seiner Geschichte hinauswill, Hypothesen aufstellen und dennoch interessiert den hinauszögernden Anekdoten folgen.