Erste Liebe an der Versiliaküste
Gigio ist ein schmächtiger, schüchterner Junge, der mit seinen Eltern und seiner Schwester ein recht behütetes Leben in der Toskana führt. Der Roman erzählt von den Geschehnissen des Sommers, in dem er zwölf Jahre alt ist, dem Sommer 1972. Dieser Sommer wird für Gigio geprägt durch die reifende Erkenntnis, dass er nun kein richtiges Kind mehr, aber natürlich auch längst noch kein Erwachsener ist: Er entwickelt neue Perspektiven, entdeckt neue Interessen und verliebt sich zum ersten Mal. Erzählt wird der Roman vom heutigen erwachsenen Gigio, der als Erzähler stark kommentierend eingreift.
Der erwachsene Gigio als Erzähler greift aber nicht nur ein, sondern auch häufig und ausgiebig vor. Dabei schafft er, was die Handlung betrifft, eine Erwartungshaltung, die der Roman für mich nicht halten kann: Immer wieder betont der Erzähler, wie furchtbar, bedeutsam und einschneidend die Erlebnisse des Sommers für den jungen Gigio seien und mit welcher Wucht sie ihn träfen. Letztlich empfinde ich aber das, was Gigio dann passiert, als gar nicht so furchtbar. Selbst der erwachsene Gigio resümiert, dass ihn die Erlebnisse nicht sonderlich traumatisiert haben und er sie gut verarbeitet hat. Warum dann eine so hohe Erwartungshaltung aufbauen? Traut der Autor seiner eigenen Geschichte nicht ausreichend? Ich hätte gern darauf verzichtet, dass meine Erwartungen an die Geschichte zu hoch waren und entsprechend etwas enttäuscht wurden. Denn die Geschichte an sich ist schön und gut erzählt.
Die Figuren sind interessant und glaubwürdig gestaltet. Die Beziehung zwischen Astel und Gigio ist schön geschrieben, man kann die Perspektive Gigios sehr gut nachvollziehen. Der erwachsene Gigio hat viel Einfühlungsvermögen sowohl für sein junges Ich als auch die anderen Personen, deren Geschichte er erzählt. Die Einbettung in den realen Sommer 1972 ist mir teils zu detailliert, vor allem, weil der junge Gigio sich sehr für Sport interessiert und seitenlang davon erzählt. Vermisst habe ich hingegen die Relevanz des Attentats auf die israelische Olympiamannschaft, die im Klappentext zwar genannt wird, aber keine wirkliche Rolle spielt für die Entwicklung der Handlung. Gefreut habe ich mich vor allem über die Musik, die eine Rolle spielt, sowie die Orte, die ich wiedererkannt habe, an denen der Roman spielt: Vinci, Forte dei Marmi oder die Versiliaküste.
Ich habe das Buch trotz seiner Schwächen gern gelesen. Die Geschichte zwischen Gigio und Astel ist durch die Innensicht Gigios schön und schmerzhaft zugleich beschrieben, so wie eine erste Liebe eben meistens ist.
Dieser Roman könnte besonders Leuten gefallen, die selbst 1972 in einem ähnlichen Alter waren, die sich allgemein für diese Zeit und ggfs. den Sport aus der Zeit interessieren. Ebenso interessant ist das Buch allgemein für italophile Menschen.
Der erwachsene Gigio als Erzähler greift aber nicht nur ein, sondern auch häufig und ausgiebig vor. Dabei schafft er, was die Handlung betrifft, eine Erwartungshaltung, die der Roman für mich nicht halten kann: Immer wieder betont der Erzähler, wie furchtbar, bedeutsam und einschneidend die Erlebnisse des Sommers für den jungen Gigio seien und mit welcher Wucht sie ihn träfen. Letztlich empfinde ich aber das, was Gigio dann passiert, als gar nicht so furchtbar. Selbst der erwachsene Gigio resümiert, dass ihn die Erlebnisse nicht sonderlich traumatisiert haben und er sie gut verarbeitet hat. Warum dann eine so hohe Erwartungshaltung aufbauen? Traut der Autor seiner eigenen Geschichte nicht ausreichend? Ich hätte gern darauf verzichtet, dass meine Erwartungen an die Geschichte zu hoch waren und entsprechend etwas enttäuscht wurden. Denn die Geschichte an sich ist schön und gut erzählt.
Die Figuren sind interessant und glaubwürdig gestaltet. Die Beziehung zwischen Astel und Gigio ist schön geschrieben, man kann die Perspektive Gigios sehr gut nachvollziehen. Der erwachsene Gigio hat viel Einfühlungsvermögen sowohl für sein junges Ich als auch die anderen Personen, deren Geschichte er erzählt. Die Einbettung in den realen Sommer 1972 ist mir teils zu detailliert, vor allem, weil der junge Gigio sich sehr für Sport interessiert und seitenlang davon erzählt. Vermisst habe ich hingegen die Relevanz des Attentats auf die israelische Olympiamannschaft, die im Klappentext zwar genannt wird, aber keine wirkliche Rolle spielt für die Entwicklung der Handlung. Gefreut habe ich mich vor allem über die Musik, die eine Rolle spielt, sowie die Orte, die ich wiedererkannt habe, an denen der Roman spielt: Vinci, Forte dei Marmi oder die Versiliaküste.
Ich habe das Buch trotz seiner Schwächen gern gelesen. Die Geschichte zwischen Gigio und Astel ist durch die Innensicht Gigios schön und schmerzhaft zugleich beschrieben, so wie eine erste Liebe eben meistens ist.
Dieser Roman könnte besonders Leuten gefallen, die selbst 1972 in einem ähnlichen Alter waren, die sich allgemein für diese Zeit und ggfs. den Sport aus der Zeit interessieren. Ebenso interessant ist das Buch allgemein für italophile Menschen.