Hatte mehr erwartet

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Schwarzer September von Sandro Veronesi erzählt von einem Sommer, der für einen Jungen alles verändert. Der Erzähler ist etwa zwölf Jahre alt und steht genau an dieser Grenze zwischen Kindsein und Erwachsenwerden. In diesem Sommer erlebt er vieles zum ersten Mal: die erste Verliebtheit, das Gefühl von Unsicherheit und gleichzeitig die Erkenntnis, dass auch die Welt der Erwachsenen nicht so stabil ist, wie man als Kind immer denkt.

Während er versucht, seine eigenen Gefühle einzuordnen, beginnt auch in seiner Familie etwas zu bröckeln. Geheimnisse kommen ans Licht, Beziehungen verändern sich und plötzlich wirkt das bisher Vertraute nicht mehr ganz so sicher.

Der Roman fängt diese Stimmung eines Sommers gut ein – dieses Schweben zwischen Leichtigkeit, Verwirrung und dem Moment, in dem man merkt, dass sich etwas im Leben verschiebt. Eine sehr italienische Atmosphäre, viel Beobachtung, viel Gefühl für diesen Übergang zwischen Kindheit und Jugend.

Mich persönlich hat das Buch aber leider nicht ganz erreicht. Es ist kurzweilig und lässt sich schnell lesen, aber am Ende hat mir etwas gefehlt. Trotzdem bleibt es eine klassische italienische Coming-of-Age-Geschichte über einen Sommer, in dem sich für einen Jungen alles verändert.