Leider nicht überzeugt

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juliamaki Avatar

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Der Klappentext versprach einen großen Sommer voller Ereignisse, der erste große Sommer für den zwölf Jahre alten Gigio Bellandi. Man ist gespannt, freut sich auf 70er Jahre Retro-Feeling, auf Musik der Zeit, auf Zeitgeschehen, das in die Geschichte einfließt. Stattdessen passiert erstmal sehr lange Zeit überhaupt nichts. Die Handlung zieht sich lange hin, man erwartet, dass gleich der große Umbruch kommt und die Geschichte startet, denn so wird es immer wieder angekündigt. Dennoch geschieht bis Seite 200 (von 270) wenig bis nichts, auch wenn man sagen muss, dass der Schreibstil des Autors stellenweise darüber hinwegtröstet. Sandro Veronesi liefert atmosphärische Beschreibungen vom Sommer 1972 in Italien und schildert detailreich das Erleben und die Beobachtungen des Protagonisten. Wir lesen einfühlsame Eindrücke einer ersten großen Verliebtheit. Dennoch reicht das nicht aus, um den Mangel an Handlung auszugleichen. Wahrscheinlich wäre dieser Mangel ein bisschen weniger aufgefallen, wenn nicht alle paar Seiten darauf hingewiesen worden wäre, dass gleich der große Umbruch kommt, dass dies nun der letzte unbeschwerte Moment war, … Der letztendliche „große Knall“ wird dann auf den letzten Seiten abgehandelt und man fragt sich, wieso nicht besser aufgeteilt wurde, wieso die detailreichen Beschreibungen sich nur auf Beiwerk bezogen und nicht auf die Handlung an sich.
Alles in allem war mir das Buch zu langweilig, bekommt jedoch für die schönen Beschreibungen 3 von 5 Sternen.