Schwere, aber nachhängende Lektüre
Schwarzer September hat bei mir beim Lesen vor allem eines erzeugt: dieses tiefe Gefühl von Nostalgie und emotionaler Resonanz, das viele Geschichten über die eigene Jugendzeit nicht erreichen. Die Sprache wirkt so bewusst, ruhig und gleichzeitig eindringlich, dass ich mich oft gefragt habe, wie viel Atmosphäre allein durch Stimmung entstehen kann. Veronesi schafft es für mich, aus scheinbar alltäglichen Momenten, Gesprächen, Musik, Gerüchen und kleinen Beobachtungenc etwas zu machen, das beim Weiterlesen in einem nachklingt, als hätte man selbst diesen Sommer erlebt. Was mich besonders beeindruckt hat, ist die Stimmung zwischen Licht und Schatten: Es gibt viele kleine, warme Effekte, etwa durch Musik, Vinyl‑Geruch oder Sommersequenzen, und gleichzeitig einen unterschwelligen, ernsten Zug, der Fragen nach Erwachsenwerden, Verlust und Verantwortung aufwirft. Für mich war es kein Buch, das nur gleichgültig konsumiert werden kann, sondern eines, bei dem ich oft innegehalten habe, weil bestimmte Passagen tiefer wirken als es auf den ersten Blick scheint.