Sehr reflektiert

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westeraccum Avatar

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Es ist Sommer in Fiumetto an der ligurischen Küste, ein Sommer voller Sonne für den zwölfjährigen Gigio. Doch er wartet auf seine Freundin Astel, mit der er seine Stunden am Strand verbringen will. In diesem Jahr, 1972, wartet er lange vergeblich und muss seine Zeit mit seiner jüngeren Schwester Gilda und seiner irischen Mutter verbringen. Aber als Astel endlich kommt, beginnt ein Sommer voller Glück und Verheißungen für die beiden Kinder. Sie übersetzen englische Songtexte, schauen die Olympiade in München bis zu jedem schrecklichen Tag, als das Attentat auf die Spiele stattfindet und außerdem Gigios und Astels ganze Welt plötzlich zusammenbricht.
Gigio, der Ich-Erzähler, schildert die Ereignisse aus seiner Sicht als Erwachsener, aber er kann sich noch gut in den Zwölfjährigen hineinversetzen, der er einmal war. Dabei reflektiert er seine Gedanken und die Ereignisse sehr intensiv. Allerdings macht genau das das Buch auch etwas langatmig. Man möchte unbedingt wissen, wie der Sommer weitergeht und Gigios Gedanken halten diesen Fluss der Ereignisse immer wieder auf. Deshalb ist das Buch nicht einfach zu lesen und man braucht Geduld. Allerdings formuliert Veronesi sehr gekonnt und in einer ausgesprochen schönen Sprache, was mich mit der Langatmigkeit etwas versöhnt hat.