Stark erzählt mit fulminantem Höhepunkt
Sandro Veronesi ist ein begnadeter Erzähler und wurde in Italien bereits zweimal mit dem italienischen Literaturpreis Premio Strega ausgezeichnet.
Auch mit seinem Roman "Schwarzer September" wird Veronesi seinem Ruf gerecht. Auf den ersten Blick handelt es sich um eine Coming-out-of-Age-Geschichte. Doch sie ist viel mehr als das. Wäre die Story, das Buch nicht so lang und umfangreich, so würde ich sagen: es handelt sich um eine Novelle, die unausweichlich, aber konsequent auf ihren unerwarteten, fulminaten Höhepunkt zusteuert.
Die Geschichte wird aus der Perspektive des 12-jährigen Gigio Bellani sowie in kurzen auktorialen Einschüben von seinem ca. 50 - 60 Jahre alten Alter ego erzählt.
Gigio lebt glücklich und behütet in einem kleinen italienischen Städtchen namens Vinci. Der Vater, ein italienischer Rechtsanwalt, die Mutter, eine irische Schönheit mit roten Haaren, und seine kleine Schwester Gilda sind seine Familie. Jedes Jahr fahren sie im Sommer nach Fiumetto an die ligurgische Küste, um dort die Ferien zu verbringen. Doch 1972 wird alles anders. Gigio wird langsam ein junger Mann, der den Kinderschuhen entwächst. Er hört Erwachsenenmusik, interessiert sich für Sport und Schach und er verliebt sich unsterblich in seine 13-jährige Strandnachbarin Astel. Ganz langsam entwickelt sich an den warmen Sonnentagen am Strand und vor dem Hintergrund der Olympischen Spiele in München ein ganz persönliches Drama. Dann passiert Unglaubliches. In Deutschland wird ein Attentat auf die israelische Mannschaft verübt, während in Fiumetto Astels Vater ermordet wird und Astels äthiopische Mutter unter Mordverdacht gerät. Die Ereignisse eskalieren.
Veronesi baut seine Geschichte wirklich meisterhaft auf und so viel sei verraten, der Höhepunkt kommt gleich mehrfach, doch die wirklich ergreifende Eskalation trifft einen unerwartet, - zumindest ging es dem jungen Gigio so - und mir trotz meines Alters und der Hinweise genauso. Da verdient der Autor mein höchstes Lob.
Wie er hingegen die 70-iger Jahre und insbesondere das Jahr 1972 wieder erstehen lässt, war mir manchmal etwas zu viel und zu lang. Zu viele Sportler(namen) und -preise; zu viele Platten und Songs, da gab es richtige Aneinanderreihungen. Das hätte ruhig eine Prise weniger sein können, - für mich und alle die, die nicht in den 70-igern groß geworden sind und sich schwelgend erinnern wollen.
Was für mich ein kleines Manko darstellt, dürfte für die Fans der 70-iger hingegen ein Hochgenuß sein.
Fazit: Ein tolles Buch, ein Revival der 70-iger Jahre. Eine Coming-of-Age Geschichte, ein erschütterndes Drama, ein vulminanter Höhepunkt und nicht zuletzt ein versöhnlicher Nachklang.
4 Sterne mit einem großen Plus - fast 5 Sterne..... PS: Das Buch habe ich vor ein paar Tagen ausgelesen und ich denke immer noch darüber nach. Ich habe den Epilog noch einmal gelesen. Ich meine jetzt zu wissen, warum 3 Jungen auf dem Titel im Sand liegen. Aber allein der Nachhall lässt meine Bewertung revidieren. Fünf volle wertvolle Sterne!
Sehr lesenswert.
Auch mit seinem Roman "Schwarzer September" wird Veronesi seinem Ruf gerecht. Auf den ersten Blick handelt es sich um eine Coming-out-of-Age-Geschichte. Doch sie ist viel mehr als das. Wäre die Story, das Buch nicht so lang und umfangreich, so würde ich sagen: es handelt sich um eine Novelle, die unausweichlich, aber konsequent auf ihren unerwarteten, fulminaten Höhepunkt zusteuert.
Die Geschichte wird aus der Perspektive des 12-jährigen Gigio Bellani sowie in kurzen auktorialen Einschüben von seinem ca. 50 - 60 Jahre alten Alter ego erzählt.
Gigio lebt glücklich und behütet in einem kleinen italienischen Städtchen namens Vinci. Der Vater, ein italienischer Rechtsanwalt, die Mutter, eine irische Schönheit mit roten Haaren, und seine kleine Schwester Gilda sind seine Familie. Jedes Jahr fahren sie im Sommer nach Fiumetto an die ligurgische Küste, um dort die Ferien zu verbringen. Doch 1972 wird alles anders. Gigio wird langsam ein junger Mann, der den Kinderschuhen entwächst. Er hört Erwachsenenmusik, interessiert sich für Sport und Schach und er verliebt sich unsterblich in seine 13-jährige Strandnachbarin Astel. Ganz langsam entwickelt sich an den warmen Sonnentagen am Strand und vor dem Hintergrund der Olympischen Spiele in München ein ganz persönliches Drama. Dann passiert Unglaubliches. In Deutschland wird ein Attentat auf die israelische Mannschaft verübt, während in Fiumetto Astels Vater ermordet wird und Astels äthiopische Mutter unter Mordverdacht gerät. Die Ereignisse eskalieren.
Veronesi baut seine Geschichte wirklich meisterhaft auf und so viel sei verraten, der Höhepunkt kommt gleich mehrfach, doch die wirklich ergreifende Eskalation trifft einen unerwartet, - zumindest ging es dem jungen Gigio so - und mir trotz meines Alters und der Hinweise genauso. Da verdient der Autor mein höchstes Lob.
Wie er hingegen die 70-iger Jahre und insbesondere das Jahr 1972 wieder erstehen lässt, war mir manchmal etwas zu viel und zu lang. Zu viele Sportler(namen) und -preise; zu viele Platten und Songs, da gab es richtige Aneinanderreihungen. Das hätte ruhig eine Prise weniger sein können, - für mich und alle die, die nicht in den 70-igern groß geworden sind und sich schwelgend erinnern wollen.
Was für mich ein kleines Manko darstellt, dürfte für die Fans der 70-iger hingegen ein Hochgenuß sein.
Fazit: Ein tolles Buch, ein Revival der 70-iger Jahre. Eine Coming-of-Age Geschichte, ein erschütterndes Drama, ein vulminanter Höhepunkt und nicht zuletzt ein versöhnlicher Nachklang.
4 Sterne mit einem großen Plus - fast 5 Sterne..... PS: Das Buch habe ich vor ein paar Tagen ausgelesen und ich denke immer noch darüber nach. Ich habe den Epilog noch einmal gelesen. Ich meine jetzt zu wissen, warum 3 Jungen auf dem Titel im Sand liegen. Aber allein der Nachhall lässt meine Bewertung revidieren. Fünf volle wertvolle Sterne!
Sehr lesenswert.