Zeitreise mit Knalleffekt
In seiner unnachahmlichen Art nimmt uns der Autor mit auf einer Reise in die versunkene Welt seiner Kindheit. Der Titel verweist übrigens auf das Attentat bei den Olympischen Spielen in München zur selben Zeit, und der Kontrast zwischen Katastrophe und Idyll ist natürlich beabsichtigt. Mit seiner großartigen Erzählkunst beschreibt Sandro Veronesi eine Kindheit im Sommer 1972, in der der Junge Gigio mit seinen zwölf Jahren immer mehr in die Welt der Erwachsenen hineingezogen wird, Eine Coming of age story, die immer wieder auf noch zu erklärende Umstände im weiteren Verlauf verweist, was dann irgendwann eher ermüdend als spannend ist. Wer also eine aufregende Story erwartet, wird zwangsläufig enttäuscht. Das Ende ist dann allerdings ausgesprochen stark! Mir hat das Buch gefallen und ich habe es in einem Zug gelesen, was bei einem schwächeren Autor allerdings nicht so gewesen wäre.