Zwischen Sommerglanz und Schatten der Geschichte
Schon der erste Blick auf Schwarzer September weckt Erwartungen: Das Cover strahlt sommerliche Leichtigkeit aus, warme Farben, Meer, Sonne – ein Versprechen von Unbeschwertheit. Doch der Titel deutet bereits an, dass hinter dieser Atmosphäre mehr steckt als eine nostalgische Feriengeschichte.
Der Roman führt ins Italien der 1970er-Jahre und begleitet den jungen Gigio durch einen Sommer am ligurischen Meer, der sein Leben prägen wird. Sandro Veronesi zeichnet dabei ein intensives Bild von Jugend, erster Liebe und dem Gefühl, am Beginn von etwas Großem zu stehen. Die Beschreibungen von Strand, Hitze und salziger Luft sind so lebendig, dass man glaubt, selbst dort zu sein. Gleichzeitig durchziehen politische und gesellschaftliche Spannungen die Handlung – reale Ereignisse jener Zeit werden geschickt in die persönliche Geschichte eingewoben.
Im Zentrum steht Gigios erstes Verliebtsein, das jedoch jäh von tragischen Geschehnissen überschattet wird: Ein Mord, Verdächtigungen innerhalb der Familie seiner Freundin und schließlich die schockierenden Nachrichten vom Attentat bei den Olympischen Spielen in München werfen lange Schatten auf die scheinbar sorglose Sommerwelt. Diese Verbindung aus individueller Erfahrung und Zeitgeschichte verleiht dem Roman Tiefe und Ernsthaftigkeit.
Stilistisch bewegt sich Veronesi auf hohem literarischem Niveau. Seine Sprache ist poetisch, detailreich und atmosphärisch dicht. Allerdings verlangt der Text stellenweise Geduld: Manche Passagen wirken bewusst ausgedehnt, nicht immer erschließt sich sofort der rote Faden, und gelegentlich gerät der Erzählfluss ins Stocken. Wer sich jedoch darauf einlässt, wird mit einer vielschichtigen Geschichte belohnt, die mehr ist als ein nostalgischer Rückblick.
Schwarzer September ist somit kein leicht konsumierbarer Sommerroman, sondern ein sensibles Porträt einer Generation zwischen Aufbruchsstimmung und Ernüchterung. Für Leserinnen und Leser, die literarische Tiefe schätzen und sich gern auf anspruchsvoll erzählte Coming-of-Age-Geschichten einlassen, ist dieses Buch durchaus empfehlenswert.
Der Roman führt ins Italien der 1970er-Jahre und begleitet den jungen Gigio durch einen Sommer am ligurischen Meer, der sein Leben prägen wird. Sandro Veronesi zeichnet dabei ein intensives Bild von Jugend, erster Liebe und dem Gefühl, am Beginn von etwas Großem zu stehen. Die Beschreibungen von Strand, Hitze und salziger Luft sind so lebendig, dass man glaubt, selbst dort zu sein. Gleichzeitig durchziehen politische und gesellschaftliche Spannungen die Handlung – reale Ereignisse jener Zeit werden geschickt in die persönliche Geschichte eingewoben.
Im Zentrum steht Gigios erstes Verliebtsein, das jedoch jäh von tragischen Geschehnissen überschattet wird: Ein Mord, Verdächtigungen innerhalb der Familie seiner Freundin und schließlich die schockierenden Nachrichten vom Attentat bei den Olympischen Spielen in München werfen lange Schatten auf die scheinbar sorglose Sommerwelt. Diese Verbindung aus individueller Erfahrung und Zeitgeschichte verleiht dem Roman Tiefe und Ernsthaftigkeit.
Stilistisch bewegt sich Veronesi auf hohem literarischem Niveau. Seine Sprache ist poetisch, detailreich und atmosphärisch dicht. Allerdings verlangt der Text stellenweise Geduld: Manche Passagen wirken bewusst ausgedehnt, nicht immer erschließt sich sofort der rote Faden, und gelegentlich gerät der Erzählfluss ins Stocken. Wer sich jedoch darauf einlässt, wird mit einer vielschichtigen Geschichte belohnt, die mehr ist als ein nostalgischer Rückblick.
Schwarzer September ist somit kein leicht konsumierbarer Sommerroman, sondern ein sensibles Porträt einer Generation zwischen Aufbruchsstimmung und Ernüchterung. Für Leserinnen und Leser, die literarische Tiefe schätzen und sich gern auf anspruchsvoll erzählte Coming-of-Age-Geschichten einlassen, ist dieses Buch durchaus empfehlenswert.