Absolute Leseempfehlung!
Soviel vorab: absolute Leseempfehlung!
Annett Gröschner erzählt in „Schwebende Lasten“ die Lebensgeschichte der Blumenbinderin Hanna aus Amgdeburg, die nach der Zerstörung ihres Blumenladens im Zweiten Weltkrieg als Kranführerin im Rüstungsbetrieb Krupp-Gruson ihr Geld verdient. Hannas Leben ist von Verlusten geprägt: Im Krieg verliert sie ihren Sohn Johannes und ihre Schwiegermutter. Nur vier ihrer sechs Kinder überleben. Ihr Laden und ihre Wohnung werden zerbombt und ungewollte Schwangerschaften setzen sie mehrmals den Gefahren der „Engelsmacherinnen“ aus. Und dennoch meistert sie bravourös den Alltag mit vier Kindern und einem invaliden Mann in einer Zeit der Entbehrungen. Was Hanna in all dieser Zeit jedoch bleibt, ist ihre Liebe und Leidenschaft für Blumen und ihr ungewöhnliches Talent für die Komposition ungewöhnlicher Sträuße und Arrangements.
Dieser Roman hat mich mit seiner Direktheit und dem unverblümten Erzählton sehr berührt. Manchmal war es richtig hart weiterzulesen und die Bilder, die bei der Lektüre auftauchten, waren sehr schmerzhaft. Aber es gab auch wunderschöne Momente- der Besuch des Mannes mit der Blumenpostkarte zählt definitiv dazu.
Annett Gröscher bereichert ihre Geschichte über eine Frau, der im Leben nichts geschenkt wurde durch geschickt eingefügte Vorausblenden. Ein tolles Stilmittel!
Es beeindruckt mich, dass die Autorin keine romantisierende Rückschau eines Lebens betreibt, sondern die Vergangenheit mit schonungsloser Klarheit beschreibt und die Dinge beim Namen nennt. Die Lektüre bleibt trotz ihrer Härte fesselnd und nicht entmutigend: Die Neugier auf das bewegte Leben dieser beeindruckenden Frau überwiegt stets und trägt auch durch düstere Passagen.
Die wundervollen Kapiteleinstiege fand ich eine tolle Idee- und ich habe endlich gelernt, dass die Traubenhyazinthe zu den Spargelgewächsen gehört.
Auch mein Wortschatz hat sich durch dieses Buch erweitert: „Laufkatze“, „Katschi“, und „Kruke“ gehören jetzt in mein Repertoire.
„Siegen, Hagen und Euphemia. Namen wie ein Endsieg, sagte Karl.“
„Wäre Hanna eine Blume gewesen, dann am liebsten eine Hortensie. Nach der Blüte in der Vase getrocknet, blieb sie noch jahrelang schön.“
Annett Gröschner erzählt in „Schwebende Lasten“ die Lebensgeschichte der Blumenbinderin Hanna aus Amgdeburg, die nach der Zerstörung ihres Blumenladens im Zweiten Weltkrieg als Kranführerin im Rüstungsbetrieb Krupp-Gruson ihr Geld verdient. Hannas Leben ist von Verlusten geprägt: Im Krieg verliert sie ihren Sohn Johannes und ihre Schwiegermutter. Nur vier ihrer sechs Kinder überleben. Ihr Laden und ihre Wohnung werden zerbombt und ungewollte Schwangerschaften setzen sie mehrmals den Gefahren der „Engelsmacherinnen“ aus. Und dennoch meistert sie bravourös den Alltag mit vier Kindern und einem invaliden Mann in einer Zeit der Entbehrungen. Was Hanna in all dieser Zeit jedoch bleibt, ist ihre Liebe und Leidenschaft für Blumen und ihr ungewöhnliches Talent für die Komposition ungewöhnlicher Sträuße und Arrangements.
Dieser Roman hat mich mit seiner Direktheit und dem unverblümten Erzählton sehr berührt. Manchmal war es richtig hart weiterzulesen und die Bilder, die bei der Lektüre auftauchten, waren sehr schmerzhaft. Aber es gab auch wunderschöne Momente- der Besuch des Mannes mit der Blumenpostkarte zählt definitiv dazu.
Annett Gröscher bereichert ihre Geschichte über eine Frau, der im Leben nichts geschenkt wurde durch geschickt eingefügte Vorausblenden. Ein tolles Stilmittel!
Es beeindruckt mich, dass die Autorin keine romantisierende Rückschau eines Lebens betreibt, sondern die Vergangenheit mit schonungsloser Klarheit beschreibt und die Dinge beim Namen nennt. Die Lektüre bleibt trotz ihrer Härte fesselnd und nicht entmutigend: Die Neugier auf das bewegte Leben dieser beeindruckenden Frau überwiegt stets und trägt auch durch düstere Passagen.
Die wundervollen Kapiteleinstiege fand ich eine tolle Idee- und ich habe endlich gelernt, dass die Traubenhyazinthe zu den Spargelgewächsen gehört.
Auch mein Wortschatz hat sich durch dieses Buch erweitert: „Laufkatze“, „Katschi“, und „Kruke“ gehören jetzt in mein Repertoire.
„Siegen, Hagen und Euphemia. Namen wie ein Endsieg, sagte Karl.“
„Wäre Hanna eine Blume gewesen, dann am liebsten eine Hortensie. Nach der Blüte in der Vase getrocknet, blieb sie noch jahrelang schön.“