Eine berührende Familie Geschichte

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jenny87 Avatar

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Eine berührende Familiengeschichte über Zusammenhalt, Verlust, Schuld und die Kraft, trotz allem weiterzumachen
Die Leseprobe von „Schwestern. Trotz allem“ von Max Moor hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Schon die ersten Seiten vermitteln, dass hier keine leichte Familiengeschichte erzählt wird, sondern eine Geschichte über Menschen, die durch eine Zeit geprägt werden, in der kaum etwas sicher ist.
Im Mittelpunkt stehen drei Schwestern, die am Ende des Zweiten Weltkriegs auseinandergerissen werden. Gerti bleibt bei ihren Großeltern zurück, während ihre beiden Schwestern in ein Heim kommen. Damit beginnt für die junge Gerti ein Leben, das von Verlust, Unsicherheit und der ständigen Hoffnung geprägt ist, ihre Schwestern irgendwann wiederzufinden.
Was mich an der Leseprobe besonders angesprochen hat, ist die emotionale Ausgangssituation. Es geht nicht nur um die großen historischen Ereignisse, sondern vor allem darum, was diese Ereignisse mit einem einzelnen Menschen machen.
Drei Schwestern, drei Lebenswege
Der Titel „Schwestern. Trotz allem“ passt schon nach der Leseprobe sehr gut.
Die Verbindung zwischen den Schwestern scheint etwas zu sein, das selbst durch die äußeren Umstände nicht vollständig zerstört werden kann. Obwohl sie voneinander getrennt werden, bleibt die Erinnerung aneinander bestehen.
Besonders berührend finde ich die kleinen Dinge, die Gerti mit ihren Schwestern verbinden. Dazu gehören auch die drei Knöpfe, die für sie zu einem Symbol werden. Jeder Knopf steht für eine der Schwestern und wird zu einer Erinnerung an eine Familie, die auseinandergerissen wurde.
Gerade solche kleinen Gegenstände können in Geschichten unglaublich viel Bedeutung bekommen. Ein Knopf ist eigentlich etwas völlig Unscheinbares – für Gerti wird er jedoch zu einem Stück ihrer Vergangenheit.
Gerti als Hauptfigur
Gerti hat mich bereits in der Leseprobe sehr interessiert.
Sie ist noch jung, muss aber unter Umständen erwachsen werden, die man sich heute kaum vorstellen kann. Die Nachkriegszeit ist geprägt von Zerstörung und Entbehrungen, und Gerti muss lernen, ihren eigenen Weg zu finden.
Dabei wirkt sie nicht wie eine klassische Heldin.
Sie ist vielmehr ein Mädchen, das versucht, mit dem klarzukommen, was das Leben ihr vor die Füße legt.
Gerade das macht sie für mich so glaubwürdig.
Man merkt, dass sie nicht einfach vergisst, was passiert ist. Ihre Schwestern bleiben ein Teil ihres Lebens, auch wenn sie nicht bei ihr sind.
Die Suche nach ihnen scheint dadurch nicht nur eine äußere Handlung zu sein, sondern auch eine Suche nach einem Teil ihrer eigenen Identität.
Eine schwierige Zeit
Die historische Kulisse spielt eine wichtige Rolle.
Der Roman setzt nach dem Zweiten Weltkrieg ein – in einem Österreich, das noch stark von den Folgen des Krieges geprägt ist. Gerti muss sich in einer Welt zurechtfinden, die kaum noch so funktioniert wie vor dem Krieg.
Dabei interessiert mich besonders, wie Max Moor diese Zeit aus der Perspektive einer jungen Frau erzählt.
Denn Geschichte besteht nicht nur aus Jahreszahlen, Schlachten und politischen Entscheidungen.
Geschichte bedeutet auch:
Familien, die auseinandergerissen werden.
Kinder, die ihre Eltern verlieren.
Menschen, die plötzlich alleine dastehen.
Frauen, die sich in einer von Männern bestimmten Gesellschaft behaupten müssen.
Genau diese persönliche Ebene macht die Geschichte für mich interessant.
Weibliche Selbstbehauptung
Ein Thema, das schon in der Beschreibung des Romans deutlich wird und das mich neugierig auf die weitere Geschichte macht, ist die weibliche Selbstbehauptung.
Gerti muss ihren eigenen Weg finden und sich in einer Zeit behaupten, in der Frauen längst nicht dieselben Möglichkeiten hatten wie heute.
Sie muss lernen, unabhängig zu werden und für sich selbst einzustehen.
Das finde ich besonders spannend, weil es der Geschichte neben der Familiengeschichte eine weitere Ebene gibt.
Es geht nicht nur darum, ob die Schwestern wieder zueinanderfinden.
Es geht auch darum, welche Frau Gerti werden kann und wie viel Einfluss sie auf ihr eigenes Leben nehmen darf.
Zwischen Verlust und Hoffnung
Was mir an der Leseprobe besonders gefällt, ist die Mischung aus Traurigkeit und Hoffnung.
Die Geschichte beginnt mit einem großen Verlust. Gerti verliert ihre Eltern und wird von ihren Schwestern getrennt.
Trotzdem wirkt die Geschichte nicht vollkommen hoffnungslos.
Denn Gerti gibt ihre Schwestern nicht auf.
Allein dieser Gedanke macht neugierig auf den weiteren Verlauf.
Wie werden sich die drei Schwestern entwickeln?
Was wird aus ihrer Verbindung?
Und wird es irgendwann möglich sein, das nachzuholen, was ihnen durch die Trennung genommen wurde?
Diese Fragen bleiben nach der Leseprobe bei mir hängen.
Der Schreibstil
Max Moor schreibt sprachgewaltig und gleichzeitig sehr persönlich.
Die Geschichte wirkt nicht wie ein nüchterner historischer Roman, sondern eher wie eine Erinnerung, die man gemeinsam mit Gerti durchlebt.
Besonders gefallen mir die emotionalen Zwischentöne.
Es geht nicht darum, jede Situation dramatisch auszuschmücken. Vielmehr entsteht die Wirkung durch die Lebensumstände selbst.
Gerade dadurch bekommen die Figuren Raum.
Man möchte nicht nur wissen, was passiert.
Man möchte verstehen, was es mit Gerti macht.
Das finde ich für einen Familienroman besonders wichtig.
Eine Geschichte, die nachdenklich macht
Die Leseprobe hat mich vor allem deshalb neugierig gemacht, weil sie nicht nur unterhalten möchte.
Sie stellt Fragen, die auch nach dem Lesen noch im Kopf bleiben.
Was bedeutet Familie, wenn man voneinander getrennt wird?
Wie viel kann ein Mensch aushalten?
Wie schafft man es, nach schweren Verlusten trotzdem weiterzuleben?
Und wie viel von unserer Vergangenheit tragen wir unser ganzes Leben mit uns?
Gerade die Geschichte der drei Schwestern scheint diese Fragen miteinander zu verbinden.
Was ich nach der Leseprobe wissen möchte
Nach den ersten Seiten möchte ich unbedingt wissen, wie sich Gertis Leben weiterentwickelt.
Besonders interessiert mich natürlich die Beziehung zu ihren Schwestern.
Die Vorstellung, dass drei Menschen dieselbe Kindheit teilen und danach durch völlig unterschiedliche Lebenswege geprägt werden, bietet unglaublich viel Potenzial für eine emotionale Geschichte.
Auch Gertis eigener Lebensweg macht mich neugierig.
Die Beschreibung deutet bereits an, dass sie später eine Ausbildung zur Hotelkauffrau macht und Karriere macht. Gleichzeitig bleibt die Verbindung zu ihren Schwestern ein wichtiger Teil ihres Lebens.
Gerade dieser Gegensatz gefällt mir: Gerti baut sich ihr eigenes Leben auf und trägt gleichzeitig einen Teil ihrer Vergangenheit immer bei sich.
Mein Fazit zur Leseprobe
Die Leseprobe von „Schwestern. Trotz allem“ hat mich emotional angesprochen und definitiv neugierig auf den gesamten Roman gemacht.
Besonders die Geschichte von Gerti und ihren beiden Schwestern verspricht eine intensive Familiengeschichte, in der es um viel mehr geht als nur um eine Trennung.
Es geht um Verlust, Überleben, Liebe, Selbstständigkeit, Schuld, Zusammenhalt und die Frage, ob familiäre Verbundenheit selbst dann bestehen bleiben kann, wenn das Leben Menschen auseinanderreißt.
Gerti ist für mich bereits nach der Leseprobe eine interessante Hauptfigur. Ich möchte unbedingt erfahren, welchen Weg sie gehen wird und ob sie ihre Schwestern irgendwann wieder in ihrem Leben haben kann.
Auch die historische Zeit finde ich sehr spannend, weil sie zeigt, wie schwierig es für Menschen – und besonders für Frauen – war, sich nach den Schrecken des Krieges ein neues Leben aufzubauen.
Was mir besonders gefällt: Die Geschichte scheint nicht nur von den großen Ereignissen der Zeit zu erzählen, sondern von den kleinen persönlichen Schicksalen, die dahinterstehen.
Für mich ist „Schwestern. Trotz allem“ nach der Leseprobe ein Roman, der gleichzeitig traurig, hoffnungsvoll und sehr menschlich wirkt.
Die Leseprobe macht auf jeden Fall Lust darauf, Gertis Geschichte weiterzuverfolgen und herauszufinden, ob die drei Schwestern trotz aller Widrigkeiten ihren Weg zurück zueinander finden.